FC Luzern: Wunschlösung? FCL-Trainerwahl war eher eine Zangengeburt
Der FC Luzern beendet sein «DSDS» und stellt Udo Portmann als Frick-Nachfolger vor. Mischi Wettstein spricht in seinem Kommentar von einer «Zangengeburt».

Das Wichtigste in Kürze
- Jörg «Udo» Portmann wird beim FC Luzern Nachfolger von Mario Frick.
- Für Chefreporter Mischi Wettstein stellen sich einige Fragen zum Auswahlprozess.
Die FCL-Variante von «DSDS» ist vorbei! In der Innerschweiz hat man in sieben Wochen und zwei Tagen das Casting, den Recall und die Live-Shows durchgezogen – und einen Sieger gekürt. Der neue Trainer heisst Jörg «Udo» Portmann, der zuletzt die U17 trainiert hat.
Dass man am Ende doch auf ein «Rössli» aus dem eigenen Stall setzt, zeugt doch von einer Zangengeburt.

Aber vorneweg: Ob die Wahl von Udo gut ist oder zum Rohrkrepierer wird, das entscheidet alleine der Totomat. Die Tabelle am Ende der kommenden Saison wird nicht lügen, sie ist der Lohn für die Arbeit unter der Woche.
Udo startet selbstverständlich mit einem weissen Blatt Papier in den neuen Job. Auch wenn bekannt ist, dass ich persönlich die Lösung mit U21-Coach Michel Renggli bevorzugt hätte, wenn man auf ein «Rössli» aus dem eigenen Stall setzt.

Das ist auch der Punkt, den ich nicht ganz nachvollziehen kann: Warum schickt man gleich zwei interne Kandidaten ins Rennen? Da ist es wohl schwer möglich, im Trainer-Auswahlverfahren immer ganz offen und transparent zu sein.
Darum frage ich mich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, von Anfang an auf nur einen internen Kandidaten – in dem Fall auf Udo – zu setzen. Und Michel Renggli gar nicht erst zum Kandidaten zu machen, wenn er bereits nach dem Casting ausscheidet.
Dafür war es absolut richtig, dass man sich bei Renggli konsequent zeigt und sich auch gleich trennte. Ich bin immer ein Befürworter von Klartext. Und es ist sowieso klar, dass Michel Renggli im Fussball seinen Weg als Trainer machen wird.

Aber: Im Interview mit mir erklärt Sportchef Remo Meyer, dass Udo Portmann seine Wunschlösung sei. Da muss ich mich passend zum Monat wie ein Maikäfer auf den Boden legen und mich vor Lachen drehen.
Wenn man einen klaren Plan hat: Wieso stellt man nicht am Tag nach der Bekanntgabe des Abschieds von Mario Frick den neuen Trainer vor – sondern macht wochenlang auf «DSDS»?
Ich glaube, es ist ein Mix aus vielem: Den Wunschkandidaten hat man wohl nicht erhalten. Das kann auch daran liegen, dass die Vorstellungen, die man beim FCL hat, nicht mit denen der möglichen Kandidaten deckungsgleich waren.

Darum auch die Frage, ob Udo Portmann für den FCL die «No Budget»-Lösung ist. Im Interview dementiert Remo Meyer das vehement. Aber man kann sich gut vorstellen, dass sich der FCL bei den Lohnvorstellungen weniger strecken musste, als bei anderen Kandidaten.
Trotzdem gilt: Es startet alles bei Null. Über die Trainersuche beim FCL darf sich jeder eine eigene Meinung bilden. Aber jetzt ist die «DSDS»-Analyse beendet, es startet ein neuer Trainer beim FC Luzern: Alles Gute, viel Erfolg und vor allem viel Glück, Udo Portmann!













