Erni Maissen kritisiert FCB: «Das muss zu denken geben»
Nau.ch-Kolumnist Erni Maissen sieht beim FCB keine Fortschritte unter Lichtsteiner. Ebenfalls nicht in Sicht: Ein neuer Stürmer. Die Konkurrenz schlägt zu.

Das Wichtigste in Kürze
- Erni Maissen sieht beim FCB unter Coach Lichtsteiner keine Fortschritte.
- Zudem stellt sich die Frage: Warum finden alle Teams Stürmer ausser Rotblau?
- GC holte Michi Frey: «Man sieht, wie gross der Einfluss eines guten Stürmers ist.»
Der Deadline-Day ist durch. Was ist bloss mit der Transfer-Abteilung beim FCB los?
Servette verstärkt sich mit Flügel-Stürmer Junior Kadile aus Holland. YB holt Bundesliga-Angreifer Samuel Essende, der immerhin schon acht Mal in der Bundesliga traf.
Bisheriger Transfer-Sieger ist GC. Bereits jetzt kann man sagen: Michi Frey (kam von den Queens Park Rangers) ist für die Hoppers eine super Verstärkung.

Wo sucht eigentlich der FCB? Rotblau ist der klare Verlierer dieses Transfer-Fensters.
Nein, ich sage nicht, dass Basel Michi Frey hätte holen müssen. Aber man sieht, wie gross der Einfluss eines guten Stürmers auf eine Mannschaft ist. Beeindruckend. Das muss dem FCB zu denken geben.
Omeragic ist da: FCB hat bald mehr Zürcher als Basler
Stattdessen kauft der FCB einen neuen Verteidiger. Mit Omeragic (in Genf geboren) ist es neben Rüegg und Koloto der nächste «Zürcher». Basel hat bald mehr Zürcher als Basler im Team.
Für mich kein Problem. Der Fussball ist heute international. Heute Basel, morgen Zürich, übermorgen...
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Spieler spielen dort, wo sie eine Chance bekommen. Nicht alle Fans sehen das so, daher ist der Transfer dennoch nicht unheikel.
Und: Der FCB füllt mit Omeragic eine Lücke, wo es nicht wirklich Bedarf gab. Rotblau kassiert nicht viele Tore.
Koloto ist der beste Basler Stürmer
Und warum nicht auf Akahomen setzen? Gegen Lugano hat mir der Youngster gut gefallen. Die Saison ist mit 18 Punkten Rückstand auf Thun gelaufen.
Jetzt kommt Omeragic – dazu sind Vouilloz und in ein paar Wochen auch Daniliuc wieder dabei. Das war's dann wohl wieder für das Eigengewächs.
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Die wahren Probleme spielen weiter vorne. Wir gehen mit Ajeti, Broschinski und Koloto in die Rückrunde. Lichtsteiner hat die «Wahl der Qual»...
Ich würde auf den torgefährlichsten Stürmer setzen. Das ist der 18-jährige Koloto.

Entwicklung unter Lichtsteiner? Nicht in Sicht
Mittlerweile sind es fünf Spiele unter Coach Stephan Lichtsteiner. Ganz ehrlich: Eine positive Entwicklung ist nicht zu sehen.
Normalerweise, wenn ein neuer Trainer kommt, geht ein Ruck durch die Mannschaft. Zumindest am Anfang läuft es häufig besser. Davon ist in Basel gar nichts zu sehen.
Die Spiele sehen alle gleich aus, die Tore fallen aus dem Nichts, Torchancen gibt es praktisch keine. Ein glücklicher Sieg im Klassiker in extremis, dazu Pleiten und Remis. Es ist der Beweis, dass der Zeitpunkt des Trainerwechsels der dümmstmögliche war.
Lichtsteiner hat nun erstmals eine ganze Woche Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Ich bin gespannt, ob man danach den ersten Schritt nach vorne sehen wird. Zweifel sind angebracht.
Mein Fazit Mitte Februar lautet nämlich: Diese Mannschaft kann nicht mehr.
Zirkus-Fussballer Duranville
Sturm hat der FCB keinen. Leihspieler Duranville ist ein Zirkus-Fussballer, ein Schönwetter-Kicker. Er ist immer dort, wo nicht viel passiert. Im Mittelfeld gibt es nur Shaqiri.

Die Defensive ist okay, allerdings bringt auch Schmid offensiv nicht mehr das von letzter Saison. Ach ja, und einen Goalie sucht man auch noch. Viele Baustellen in Basel...
Das Ziel für den Saison-Rest: Die internationalen Plätze erreichen. Und Lichtsteiner muss es schaffen, dass irgendwann seine Handschrift erkennbar ist.
Shaqiri und die Penaltys
Ein erster einfacher Schritt ist das Bestimmen des Penalty-Schützen. Ich verurteile Shaqiri nicht. Er macht so viel für den FCB, Basel hat ihm sehr viel zu verdanken.
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Aber nach (inklusive des wiederholten Elfers) fünf Fehlschüssen aus den letzten sechs Versuchen ist es Zeit für einen Schützen-Wechsel.
Erni Maissen
Zur Person:
Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore.
Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 68-Jährige bis heute eine Legende.
Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt.
Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!











