Splitter im Sitz: WM-Sieger Merino spricht über BVB-Bus-Angriff
Mikel Merino sass 2017 im Bus von Borussia Dortmund, als drei Bomben explodierten. Dass er überlebte, verdankt er einem Platzwechsel.

Das Wichtigste in Kürze
- Arsenal-Star Mikel Merino spricht über den Anschlag auf den Dortmunder Teambus 2017.
- Auf seinem üblichen Platz steckte danach ein grosser Splitter in der Kopfstütze.
- Merino hatte sich an jenem Tag zufällig weiter vorne hingesetzt.
Im April 2017 ist Mikel Merino 20 Jahre alt und spielt für Borussia Dortmund. Der Teambus ist auf dem Weg zum Viertelfinal der Champions League gegen Monaco. Da explodieren am Strassenrand drei Rohrbomben, versteckt in einer Hecke.
Verteidiger Marc Bartra wird am Handgelenk schwer verletzt, auch ein Polizist trägt Verletzungen davon. Merino bleibt unverletzt. Doch das hätte auch anders ausgehen können.
Merino: «Blut auf dem Boden»
«Ich habe wohl einen Engel auf meiner Schulter», sagt der heutige Arsenal-Star in «The Players’ Tribune». «Eigentlich habe ich Glück, dass ich überhaupt noch lebe.»

An den Moment der Explosion erinnert er sich genau. «Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, der Bus kippte beinahe um. Ich drehte mich um und sah Blut auf dem Boden. Rauch, Schreie.»
Erst am Tag danach erfährt Merino, wie knapp es war. In der Kopfstütze neben Bartra steckte ein grosser Splitter. «Mein üblicher Platz. An diesem Tag war er leer.»

Seine Beine hätten sich etwas steif angefühlt, deshalb setzte er sich nach vorne. «Das hat mir vielleicht das Leben gerettet.»
Täter wollte an der Börse verdienen
Der Täter wird später wegen versuchten Mordes in 28 Fällen zu 14 Jahren Haft verurteilt. Er wollte mit Wetten auf einen fallenden BVB-Aktienkurs Geld verdienen.
Das Spiel gegen Monaco wird bereits am nächsten Tag nachgeholt. Der damalige BVB-Trainer Thomas Tuchel kritisiert die Uefa scharf. Es sei «eine Entscheidung, die in der Schweiz getroffen wurde und uns direkt betrifft».
Merino hat seither eine grosse Karriere gemacht. Mit Spanien wird er 2024 Europameister und in diesem Sommer Weltmeister. «Ich glaube einfach daran, dass alles aus einem Grund passiert», sagt er.
















