Jürgen Klopp

    Red-Bull-Job: Hat Jürgen Klopp «seine Seele verkauft»?

    Nau Sport
    Nau Sport

    Österreich,

    Jürgen Klopp stösst ab Januar zu Red Bull – und bricht Fussballromantikern damit das Herz. Hat Kloppo schlau entschieden? Das sagt Nau.ch.

    Jürgen Klopp
    Jürgen Klopp arbeitet ab 2025 für Red Bull. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jürgen Klopp stösst als «Head of Global Soccer» per 1. Januar zu Red Bull.
    • Ausgerechnet die beliebte Trainerlegende verärgert damit die Fussball-Traditionalisten.
    • Tut sich Jürgen Klopp mit RB einen Gefallen? Die Nau.ch-Sportredaktion ist sich uneins.

    Seit Mittwochmorgen ist klar, wie es für Jürgen Klopp weitergeht. Die deutsche Trainerlegende kehrt nach seinem Ende bei Liverpool ab Januar ins Fussballgeschäft zurück. Bei Red Bull wird er Fussballchef, offiziell «Head of Global Soccer».

    In dieser Tätigkeit soll er sein Know-how in der taktischen Entwicklung sowie im Scouting bei den Dosenklubs einbringen.

    Jürgen Klopp enttäuscht Fussballromantiker

    Er sehe seine Rolle «in erster Linie als Mentor für die Trainer und das Management der Red Bull Clubs». Aber letztendlich sei er «Teil einer Organisation, die einzigartig, innovativ und zukunftsorientiert ist. Wie gesagt, nichts könnte mich mehr begeistern.»

    Für viele Fussballfans ist die Nachricht ein Schock ...

    Jürgen Klopp Red Bull
    Dieser X-Nutzer findet: Jürgen Klopp hat mit seinem Entscheid für Red Bull seine Seele verkauft. - X/@tim_grafe

    Denn Red Bull und seine Klubs sind bei Traditionalisten und Fussballromantikern nicht gerade beliebt. Im Zentrum stehen die Kommerzialisierung sowie fehlende Geschichte und Tradition.

    Hat Klopp – um es in den Worten eines X-Nutzers auszudrücken – «seine Seele verkauft»? Auf der Nau.ch-Sportredaktion gehen die Meinungen auseinander.

    Jürgen Klopp ist zurück im Fussballgeschäft – freust du dich?

    Andrea Schüpbach, Sportredaktor

    Jürgen Klopp wird «Head of Global Soccer» bei Red Bull. Allein beim Begriff «Soccer» in der Jobbezeichnung kriegen Klopp-Liebhaber eine negative Gänsehaut.

    Kloppo galt bis heute Morgen als Galionsfigur des romantischen Fussballs, als Vertreter von Arbeiterstädten und Traditionalisten. Seine Karriere, ein Vorzeigeweg für Fussballromantiker. Mainz, BVB, Liverpool – ein bisschen Kitsch gehörte immer dazu.

    Jürgen Klopp
    Jürgen Klopp kehrt im Januar ins Fussballgeschäft zurück – aber nicht als Chef an der Seitenlinie. - keystone

    Heute Morgen wechselt die «Ikone des Malocherfussballs» nun zum «Marketingexperiment» Red Bull, wie böse Zungen noch immer sagen. Brause statt Bier.

    Noch im Juni kommentierte Klopp-Berater Marc Kosicke ein erstes Gerücht so: «Totaler Quatsch, da ist nichts dran!» Schade, stellt sich das Statement nun als halbe Wahrheit heraus.

    Auch wenn Jürgen Klopp eine DFB-Klausel in seinem Red-Bull-Vertrag besitzen soll: Ich hätte mir gewünscht, dass Klopp den Red-Bull-Umweg auslässt. Und nach einer wohlverdienten Pause nach der WM 2026 Nagelsmann-Nachfolger wird.

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach ist Sportredaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

    Nicola Wittwer, Sportredaktor

    Klopp habe sich verkauft, heisst es in den sozialen Medien – ausgerechnet er. Bei allem Respekt vor den Fussball-Traditionalisten und Red-Bull-Gegnern: Das sehe ich als Nicht-RB-Anhänger nicht so.

    Denn wie die Trainerlegende in der Vergangenheit selbst sagte, steckt bei Red Bull nicht einfach Geld und Kommerz dahinter. Der Konzern hat tatsächlich eine «Fussballidee», um Klopp zu zitieren. Und diese funktioniert – das muss man anerkennen und sollte man auch schätzen. Wer bei Red Bull nur Geld und Kommerz sieht, schaut nicht gut genug hin.

    Die RB-Idee funktioniert nicht nur, sondern sorgt auch für guten Fussball. Gerade Klubs wie RB Leipzig oder RB Salzburg spielen nicht selten attraktiv. Das macht die Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp aus sportlicher Sicht noch spannender.

    Jürgen Klopp
    In den sozialen Medien finden sich vor allem negative Reaktionen zu Jürgen Klopps neuer Tätigkeit. - keystone

    Red Bull wird mit Klopp für junge Trainer und Spieler noch interessanter. Und nicht etwa, weil viel Geld und ein Milliardenkonzern dahinterstecken. Sondern eine Idee, die funktioniert.

    Geht es um Fan-Emotionen, Tradition und Geschichte, sind die Red-Bull-Klubs klar im Nachteil. Doch für den sportlichen Erfolg im Hier und Jetzt sind eben auch andere Sachen wichtig. Und diese kann sich so mancher Kultverein bei RB abschauen.

    Wer die RB-Klubs einfach aus Prinzip ablehnt oder gar hasst, verpasst oder verweigert die gute sportliche Arbeit, die dahintersteckt. Aus meiner Sicht hat sich Jürgen Klopp einen interessanten Job ausgesucht.

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer ist Sport-Redaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

    Kommentare

    User #3642 (nicht angemeldet)

    Wer ist Kloppo? Ich verstehe diese komische Kindergarten Nausprache nicht mehr.

    User #6898 (nicht angemeldet)

    Gebe Wagner völlig recht lieber red bull als eine Krankenkasse als Sponsor , Prämiengelder werden benützt um Millionen Saläre zu finanzieren

    Weiterlesen

    Jürgen Klopp
    10 Interaktionen
    Enthüllt!
    Jürgen Klopp
    60 Interaktionen
    «Talente»
    Jürgen Klopp
    1 Interaktionen
    Nagelsmann-Nachfolge?

    MEHR IN SPORT

    Alex Frei
    6 Interaktionen
    1:7!
    bottas
    5 Interaktionen
    Über 350 km
    Nati Ticker
    16 Interaktionen
    1:0*
    Mikaela Shiffrin
    3 Interaktionen
    Mehr Riesen & Super-G

    MEHR JüRGEN KLOPP

    Jürge Klopp
    48 Interaktionen
    Klopp zum 0:0
    DFB
    48 Interaktionen
    Nations League
    Jürgen Klopp Deutschland Serbien
    53 Interaktionen
    Auch Klopp tobt!
    Deutschland Serbien Jürgen Klopp
    53 Interaktionen
    2:0 gegen Serbien

    MEHR AUS ÖSTERREICH

    3 Interaktionen
    Wien
    hirscher
    3 Interaktionen
    Keine WM 2028
    480 euro zahnbürste
    6 Interaktionen
    CameraJet
    1 Interaktionen
    Wien