Real Madrid: Liga-Boss soll nach Nazi-Vergleich zurücktreten
Die Fronten zwischen Real Madrid und dem Chef der spanischen Liga sind schon länger verhärtet. Nun ist die Saga um ein weiteres aberwitziges Kapitel reicher…

Das Wichtigste in Kürze
- Der Boss der spanischen Liga, Javier Tebas, vergleicht die Methoden von «Real Madrid TV» mit Nazi-Propaganda-Praktiken.
- Daraufhin reagiert der Club empört – und fordert seinen Rücktritt.
- Tebas bleibt gelassen. Er habe den Überblick verloren, wie oft Real schon sein Aus gefordert habe.
Nazi-Vergleiche sind stets ein probates Mittel, um möglichst schnell grosse Aufregung zu generieren. Einer solchen Analogie hat sich nun auch der Chef der spanischen Liga, Javier Tebas, im Zusammenhang mit Real Madrid bedient.

Auf «X» machte er der Vereinsführung sowie dem Clubeigenen TV-Sender «Real Madrid TV» schwere Vorwürfe. Dieser nutze Praktiken wie einst Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels. «Sie wählen Szenen, die ihnen passen, wiederholen die Vorwürfe, schüren Misstrauen und zeigen mit dem Finger auf ihre Gegner.»
Real Madrid: «Zutiefst beleidigend, moralisch abscheulich»
Systematisches Wiederholen, die Konstruktion eines Feindbildes sowie die Unterordnung von Fakten gegenüber dem Narrativ: Dies seien schon damals die Methoden der Nazis gewesen.
Gleichzeitig stellte der Liga-Boss jedoch auch klar, dass er sich bei dem Vergleich nicht auf die Nazi-Ideologie bezog. Es gehe ihm ausschliesslich um die «Propaganda-Techniken».
Tomás Gonzalez Martin y Jesus Urdiola , cada día resulta más difícil distinguir vuestros artículos de un comunicado de la dirección del Real Madrid.Tomas sobretodo te has convertido en su portaCOZ oficial, hasta el extremo de utilizar expresiones idénticas a las que he escuchado… pic.twitter.com/RT5y7HQSC8
— Javier Tebas Medrano (@Tebasjavier) October 16, 2026
Wenig überraschend liess eine erboste Reaktion von Real Madrid danach nicht lange auf sich warten. «Absolut inakzeptabel» und «äusserst schwerwiegend» heisst es in einem Statement dazu der Madrilenen.
«Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die nationalsozialistische Ideologie bezieht, mindert in keiner Weise den zutiefst beleidigenden, moralisch abscheulichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äusserungen.»

Tebas fehle es an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit. Die «ständigen Angriffe» auf Real Madrid stellten ein «echtes Übel für den spanischen Fussball» dar, so die Clubmitteilung. Abschliessend fordert das Communiqué den sofortigen Rücktritt des 64-Jährigen.
Dieser bleibt ob dieses Statements jedoch gelassen. In einem weiteren Tweet schreibt er: «Ich habe nach 13 Jahren den Überblick darüber verloren, wie oft die Führung von Real Madrid meinen Rücktritt gefordert oder versucht hat, mich zu diskreditieren.»
Der Hauptstadtclub fühlt sich benachteiligt
Real Madrid fühlte sich zuletzt sowohl nach dem verlorenen Derby gegen Atletico als auch aufgrund eines Platzverweises gegen Vinicius Junior benachteiligt. Die Schiedsrichterleistung wurde etwa über den clubeigenen TV-Sender kritisiert.
Auch der sogenannte Negreira-Fall sorgt in der spanischen Hauptstadt für Unmut. Bei dieser Affäre geht es um Millionen-Zahlungen von Rivale Barcelona an Unternehmen, welche mit Jose Maria Enriquez Negreira verbunden sind. Negreira ist ein ehemaliger Vizepräsident des spanischen Technischen Schiedsrichterausschusses.
Real wirft Tebas vor, nicht ausreichend engagiert die Aufklärung dieses Falles voranzutreiben.
















