Rassismus gegen Iñaki Williams bei Espanyol Barcelona

    Miguel Pereiro
    Miguel Pereiro

    Spanien,

    Iñaki Williams von Athletic Bilbao wird bei Espanyol Barcelona von einigen Zuschauern rassistisch beleidigt. Der Verein hat bereits zwölf Täter identifiziert.

    Iñaki Williams
    Iñaki Williams bei einem Spiel gegen Elche. Der Stürmer wurde im Ligaspiel gegen Espanyol Barcelona rassistisch beleidigt. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Iñaki Williams wird im Auswärtsspiel bei Espanyol Barcelona rassistisch beleidigt.
    • Einige Fans machen Affenlaute, als er nach seiner Auswechslung vor der Kurve durchläuft.
    • Espanyol hat bereits zwölf Täter identifiziert.

    Der Stürmer Iñaki Williams von Athletic Bilbao wird im Auswärtsspiel gegen Espanyol Barcelona rassistisch beleidigt. Als er nach seiner Auswechslung vor den gegnerischen Fans vorbeiläuft, verabschiedet ihn ein Teil der Zuschauer mit Affenlauten. Der Spieler verlässt wütend den Platz und beschimpft hörbar die Fans.

    Nach dem Spiel erklärt er in einem Interview: «Ich bin traurig. Einerseits wegen dem Unentschieden. Aber vor allem, weil ich rassistisch beleidigt wurde. Die Menschen müssen ins Stadion kommen, um den Fussball zu geniessen und ihre Mannschaft anzufeuern. Dies ist ein Freundschaftssport, ein Mannschaftssport: Es ist ein etwas trauriger Tag.»

    Zwölf Täter bereits identifiziert

    Liga, Verband und Verein haben sofort Ermittlungen eingeleitet, um die Täter zu identifizieren. Dem Verein ist es bereits gelungen, zwölf beteiligte Fans ausfindig zu machen, wie aus einer Medienmitteilung vom Montag hervorgeht. Interne Massnahmen wie ein Stadion-Verbot würden nun abgeklärt.

    Das Video-Material sei zur Prüfung von strafrechtlichen Schritten der Polizei überreicht worden. Die Liga fordert ausserdem vom Verband «RFEF» eine Teilschliessung des betroffenen Sektors.

    Enorme Solidarität für Iñaki Williams

    Der Spieler erhält viel Unterstützung von seinen Berufskollegen und von den Fussballfans. Auch spanische Politiker melden sich auf Twitter, darunter der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. «Wir können diese Art von rassistischem Verhalten nicht länger tolerieren. Im Fussball, im Sport, findet Erziehung ebenfalls statt, und wir müssen Toleranz und Respekt lehren.»

    Der Verein aus Barcelona hat das Verhalten der Zuschauer verurteilt. Der Vizepräsident García Pont hat erklärt, der Club habe bereits die Liga kontaktiert und sei im Gespräch um mögliche Strafen. Ebenfalls diskutiert würden Massnahmen, um in Zukunft solche Vorfälle zu vermeiden.

    Nicht das erste Mal Opfer von Rassismus

    Im Stadion «El Molinón» von Sporting Gijón erlebte Iñaki Williams bereits eine ähnliche Situation. Es ertönten ebenfalls Affenlaute in Richtung des Basken. Damals unterbrach der Schiedsrichter das Spiel kurz wegen den Rassisten auf der Tribüne – zum ersten Mal in der Geschichte des spanischen Fussballs. Der Verband reagierte mit einer Teilschliessung der Kurve für ein Spiel.

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