Ballon d'Or: Ex-Chef spricht über Bestechungsversuch
Fast 30 Jahre lang verantwortete Pascal Ferré den Ballon d'Or. Nun erzählt er von einem Bestechungsversuch und von besonderen Anrufen bei Modric und Benzema.

Das Wichtigste in Kürze
- Ex-«France Football»-Chef Pascal Ferré spricht über einen Bestechungsversuch beim Ballon d'Or.
- Ein Spielerberater soll ihm einen Umschlag hinterlassen haben.
- Ferré erzählt zudem, wie Luka Modric und Karim Benzema auf ihren Sieg reagierten.
Der Ballon d'Or ist die wichtigste Einzelauszeichnung im Fussball. Kein Wunder, dass manche alles dafür tun würden. Das bestätigt nun Pascal Ferré.
Fast 30 Jahre war er Chefredaktor des Magazins «France Football» und damit hauptverantwortlich für die Wahl. 2023 gab er das Amt ab.

Im Interview mit der spanischen Sportzeitung «Marca» erinnert er sich an ein Treffen mit einem Spielerberater. Dessen Spieler war für den Ballon d'Or nominiert. Der Agent habe die Verdienste seines Klienten angepriesen und gefragt, ob Ferré die Kandidatur bei der Jury «verkaufen» könne.
Umschlag an der Rezeption abgegeben
Ferré lehnt ab. Dann muss er kurz telefonieren. «Als ich zurückkam, war der Agent bereits verschwunden», erzählt er.

«Auf dem Tisch lag jedoch ein Umschlag.» Ferré gibt ihn an der Rezeption ab. «Ich weiss nicht, was darin war.»
Modric weint, Benzema bleibt kühl
Ferré hatte auch eine schönere Aufgabe: Er rief die Sieger vorab an. Besonders in Erinnerung blieb ihm Luka Modric, Gewinner 2018.
Erst sei es am anderen Ende der Leitung still gewesen. «Dann weinte er und sagte mir, es sei unglaublich.»
Ganz anders reagiert Karim Benzema 2022: kühl, fast gleichgültig. Ein paar Tage später entschuldigt sich der Franzose.
Er sei gerade bei der Massage gelegen, umgeben von Teamkollegen. Am liebsten hätte er geschrien, musste das Geheimnis aber für sich behalten.
Die nächste Verleihung steht kurz bevor. Am 26. Oktober wird der Ballon d'Or zum 70. Mal vergeben, erstmals in London.












