«Afrikanischer Tisch?»: DFB sperrt Ex-Union-Juniorentrainer Härtel
Jens Härtel ist nicht mehr Nachwuchstrainer bei Union Berlin. Nun ist klar, warum. Der DFB sperrt ihn wegen diskriminierender Aussagen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der DFB sperrt den früheren Union-Nachwuchstrainer Jens Härtel für zwölf Wochen.
- Grund sind diskriminierende Aussagen im Training.
- Härtel entschuldigt sich und legt eine Auszeit vom Trainerjob ein.
Am 11. Oktober gibt Union Berlin bekannt, dass Jens Härtel sein Amt als U19-Trainer niederlegt.
Der 57-Jährige will vorerst gar nicht mehr als Trainer arbeiten. Er zieht damit die Konsequenzen aus einem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses wegen diskriminierender Aussagen im Training.

Nun steht die Strafe fest. Härtel wird für zwölf Wochen gesperrt. Vier davon werden zur Bewährung ausgesetzt, wenn er ein Konflikt- und Deeskalationstraining besucht. Der DFB sanktioniert insgesamt drei verbale Grenzüberschreitungen.
Härtel-Aussage im Trainingslager
Eine davon soll im Sommer-Trainingslager gefallen sein. Das berichtet «Bild». Beim Mittagessen wurde die Sitzordnung durchgemischt, um den Zusammenhalt zu stärken.
Als mehrere schwarze Spieler an einem Tisch sassen, soll Härtel gefragt haben: «Ist das hier der afrikanische Tisch?»

Union erfuhr in einem anonymen Schreiben von den Vorwürfen. Der Klub leitete daraufhin mit externer Unterstützung eine interne Aufarbeitung ein. Eine Gefährdung von Spielern sei zu keinem Zeitpunkt erkennbar gewesen. Bis heute habe sich auch keine betroffene Person gemeldet.
Union: «Hat sich falsch verhalten»
In einer Mitteilung des Vereins sagt Nachwuchschef Lutz Munack: «Jens Härtel hat sich falsch verhalten und ist dafür von uns sanktioniert worden.» Das Verhältnis zur Mannschaft wirke aber «bis heute völlig intakt».
Auch Härtel selbst entschuldigt sich darin. «Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden», sagt er. «Es war nie meine Absicht, jemanden verbal zu verletzen oder gar zu diskriminieren.»
Union zieht ebenfalls Konsequenzen. Schulungen gegen diskriminierendes Verhalten werden künftig fester Teil der Trainerfortbildung.
















