165 Millionen! Betrugsskandal um österreichischen Zweitliga-Club
In Österreich droht dem DSV Leoben aus der 2. Fussball-Bundesliga ein Skandal. Im Raum stehen Vorwürfe wie Geldwäsche und schwarze Kassen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Betrugsfall sorgt im österreichischen Fussball-Unterhaus für Aufsehen.
- Gegen den Zweitligisten DSV Leoben wird wegen schweren Betrugs ermittelt.
- Es soll bis zu 30'000 Geschädigte geben, der Schaden soll mehr als 165 Millionen betragen.
Ein Finanz-Skandal erschüttert die zweithöchste österreichische Fussball-Liga: Im Zentrum steht der DSV Leoben, die Ermittler sollen dem Club Geldwäsche und schwarze Kassen vorwerfen. Der Wohlstand des Klubs gründe offenbar auf Anlagebetrug, schreibt die «Kleine Zeitung», die als erste darüber berichtete.
Die Kripo Wien führte Hausdurchsuchungen durch. Datenträger wurden beschlagnahmt. Im Fokus der Ermittlungen dürfte offenbar Mario Bichler stehen, der Klubpräsident des DSV Leoben. Aktuell steht der steirische Club auf dem siebten Tabellenplatz.

Verdächtigt werden 19 weitere Personen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Dabei gehe es um «schweren gewerbsmässigen Betrug». Noch gilt für alle die Unschuldsvermutung, Bichler bestreitet alle Vorwürfe.
Ausserdem erklärte er über seinen Anwalt, dass gegen den DSV Leoben «nicht ermittelt» werde. Im ganzen Betrugsfall könnte es allerdings 30'000 Geschädigte geben.
Mehr als 150 Millionen Franken Schaden
Das geschätzte Schadensvolumen belaufe sich momentan auf 165 Millionen Euro, in etwa 157 Millionen Franken. Dabei gebe es aber noch sehr viel Luft nach oben. Das geht aus einem Bericht des Wiener Anwalts Jörg Zarbl hervor, der rund 750 Geschädigte vertritt.
Eine anonyme Anzeige wirft dem DSV Leoben ausserdem vor, dass es beim Fussballklub unterschiedliche Spielerverträge gebe: ein offizieller und einer, der den Spielern zusätzliche Nettosummen garantiere.
Beim DSV Leoben steht mit dem 24-jährigen Enrique Wild auch ein ehemaliger Schweizer U21-Internationaler unter Vertrag.












