Protest

    Elnaz Rekabi: Iranische Kletterin offenbar unter Hausarrest gestellt

    Julian Blatter
    Julian Blatter

    Iran,

    Bei der Asienmeisterschaft kletterte Elnaz Rekabi ohne Kopftuch. Der Iran versicherte, dass «keine Konsequenzen» drohten. Nun soll sie unter Hausarrest stehen.

    Iran rekabi
    Die iranische Kletterin Elnaz Rekabi nach ihrer Rückkehr am Flughafen in Teheran. Das Bild stammt von der iranischen Agentur IRNA. (IRNA via AP) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine iranische Kletterin trat bei den Asienmeisterschaften im Final ohne Kopftuch an.
    • Iranische Behörden versicherten, dass Elnaz Rekabi nichts passieren würde.
    • Einem Bericht eines «BBC Persian»-Journalisten zufolge, steht sie unter Hausarrest.

    Menschen im Iran fragen sich: Wo ist Elnaz Rekabi? Die Kletterin trat für ihr Land im Final der Asienmeisterschaften in Seoul an – ohne Kopftuch. Dies wurde als Zeichen ihrer Solidarität mit den Protesten im Iran gedeutet. Daraufhin verschwand die 33-Jährige.

    Kletterin Rekabi
    Die iranische Klettersportlerin Elnas Rekabi hatte im Finale der Asienmeisterschaft das für iranische Sportlerinnen obligatorische Kopftuch abgenommen. - -/iwsports.ir/dpa

    Rekabi beteuerte daraufhin, das fehlende Kopftuch sei ein Versehen gewesen. Schon kurz danach deuteten Beobachter die Entschuldigung als erzwungene Stellungnahme.

    Am Mittwoch tauchte sie erstmals wieder auf – in Teheran. Seitdem herrscht wieder Funkstille – ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Ihr würden «keine Konsequenzen» drohen, so die Behörden. Das sieht nun aber anders aus.

    Elnaz Rekabi offenbar steht offenbar unter Hausarrest

    Einem Tweet des «BBC Persian»-Journalisten Perham Ghobadi zufolge, gibt es aber durchaus Konsequenzen für Elnaz Rekabi. Der Iranische Bergsteigerverband (IMSCF) habe die Sportlerin unter dem Vorwand einer «Ruhepause» unter «Hausarrest» gestellt. Zudem habe sie einen Scheck über 35'000 Dollar sowie eine Vollmacht an den Verband übergeben müssen. Dies habe BBC von einer Quelle erfahren.

    «Ihr wurde gedroht, dass das Vermögen ihrer Familie konfisziert wird, wenn sie nicht ‹gesteht›, dass ihre Handlungen nicht vorsätzlich waren.» Das Familienvermögen soll einen Wert von 350'000 Dollar haben, schreibt Ghobadi.

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