Zweiter Halt am Aeschenplatz scheitert im Baselbieter Landrat
Die Baselbieter Regierung muss die Situation der Buslinien 80 und 81 am Aeschenplatz in Basel und eine Verlängerung zum Bahnhof SBB nicht weiter prüfen. Der Landrat hat am Donnerstag ein entsprechendes Postulat abgelehnt.

Martin Karrer (SVP) sagte für seine Fraktion, man sei gegen eine Überweisung – es brauche weder eine Motion noch ein Postulat. Bisherige Massnahmen hätten Wirkung gezeigt und die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) setze sich bereits für eine direkte Verbindung zum Bahnhof ein.
FDP-Fraktionssprecher Rolf Blatter pflichtete Karrer bei. Die Mitte sah keine Möglichkeit, den Forderungen des Vorstosses nachzukommen – jede weitere Fahrt über den Aeschenplatz würde das Verkehrschaos noch verschlimmern. Auch die GLP lehnte die Motion mehrheitlich ab, wie ihr Fraktionssprecher Manuel Ballmer erklärte.
Juliana Weber sagte für die SP-Fraktion, der gegenwärtig bediente Halt beim «Hammering Man» sei nicht behindertengerecht und der Bus lasse wegen dem Einbiegen einen grossen Abstand zur Haltekante. Zudem sei es sehr gefährlich, den Aeschenplatz zu queren.
Stephan Ackermann bat für die Fraktionen der Grünen-EVP, das Anliegen als Postulat zu überweisen. Motionärin Désirée Jaun (SP) gab zu bedenken, dass eine potentielle Tramlinie von Birsfelden zum Bahnhof Basel SBB nicht das gleiche sei, wie die Busverbindungen durch mehrere Gemeinden. Sie wandelte ihre Motion aber in ein Postulat um.
Schliesslich lehnte der Landrat auch das Postulat mit 42 zu 39 Stimmen bei 0 Enthaltungen knapp ab.
Vorstoss wollte Haltestelle zurück
Mit dem von Désirée Jaun (SP) zunächst als Motion eingereichten Postulat forderten in erster Linie ihre Partei – und vereinzelt auch Vertretende anderer Parteien – dass die Buslinien 80 und 81 ihre im Dezember 2025 abgeschaffte zweite Haltestelle vor der Migros Bank am Aeschenplatz in Basel zurück bekommen.
Die beiden Linien der Autobus Liestal AG (AAGL) verkehren zwischen dem Bahnhof Liestal und dem Aeschenplatz, teilweise auf der gleichen Strecke. Aktuell wenden sie am Aeschenplatz direkt nach der Ausfahrt aus der St.-Alban-Anlage wieder in diese zurück und halten beim «Hammering Man».
Aus Sicht der Motionärinnen und Motionäre müssen die Passagiere zur Zeit vom «Hammering Man» aus zum Umsteigen auf andere Linien den Aeschenplatz queren. Dies stelle insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Personen mit Kinderwagen erhebliche Schwierigkeiten und ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar.
Regierung befürchtet nicht kompensierbare Verspätungen
Die Regierung lehnte die Motion ab, wie sie in ihrer Stellungnahme schrieb. Durch den Verkehr auf dem Aeschenplatz komme es durch das Anfahren der Migros Bank zu «unkalkulierbaren Verspätungen», die nicht durch andere Massnahmen kompensiert werden könnten.
Mit Halt vor der Migros Bank muss der Bus von der St.-Alban-Anlage her kommend den Aeschenplatz von Osten nach Westen queren, im Aeschengraben wenden und danach wieder in die andere Richtung über den Platz zum «Hammering Man» fahren, wie die AALG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA dargelegt hatte.
Eine Verlängerung der Linien zum Bahnhof sei zwar ein Lösungsansatz für eine Direktverbindung nach Birsfelden, stehe aber im Widerspruch zur Forderung nach der Bedienung der zweiten Haltestelle, schrieb der Regierungsrat. Damals war die inzwischen angedachte direkte Verbindung durch ein Tram noch kein Thema.
Petition und in Basel-Stadt ein Anzug
Der hatte Landrat die Motion, respektive das Postulat, zusammen mit einer von 562 Personen unterschriebene Petition zum gleichen Thema behandelt. Mit dieser wurde ebenfalls gefordert, den Halt vor der Migros Bank wieder einzuführen. Sie wurde der Regierung mit 78 zu 1 Stimmen bei 0 Enthaltungen immerhin zur Kenntnisnahme überwiesen.
Im Kanton Basel-Stadt hatte der Grosse Rat bereits im April dieses Jahres einen parteiübergreifend unterstützten Anzug von Lisa Mathys (SP) stillschweigend an die Regierung überwiesen. Letztere wurde gebeten, die Anliegen bezüglich der Situation am Aeschenplatz zu prüfen und darüber zu berichten.






