Biodiversitätsinitiative

    Zürcher Kantonsrat Galeuchet (Grüne) zur Biodiversitätsinitiative

    David Galeuchet
    David Galeuchet

    Bülach,

    Der Zürcher Kantonsrat David Galeuchet (Grüne) äussert sich zur Biodiversitätsinitiative. Er sagt: «Schützen, was wir brauchen.» Ein Gastbeitrag.

    David Galeuchet
    David Galeuchet, Kantonsrat Zürich (Grüne). - David Galeuchet

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 22. September 2024 stimmt die Schweiz über die Biodiversitätsinitiative ab.
    • Die vorhandene Biodiversität sei besser zu schützen, findet David Galeuchet (Grüne).
    • Auch die nächste Generation sollte sich an einer vielfältigen Umwelt erfreuen können.

    Ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist gefährdet oder bereits ausgestorben, und die Hälfte der natürlichen Lebensräume ist bedroht. Diese alarmierenden Zahlen zeigen, dass wir dringend handeln müssen, um die verbliebene Biodiversität zu schützen. Deshalb braucht es ein JA am 22. September zur Biodiversitätsinitiative.

    Biodiversitätsinitiative
    Der Aargauer Regierungsrat plant, das seit 1996 bestehende Naturschutzprogramm Wald fortzusetzen. - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Der Verlust an Biodiversität ist nicht nur eine ökologische Krise, sondern auch eine Bedrohung für uns Menschen. Die Natur erbringt wichtige Leistungen für uns: Bienen und andere Insekten bestäuben Pflanzen, die wiederum Nahrungsgrundlage für uns Menschen und für viele Tiere sind.

    Bäume reinigen die Luft und das Wasser, und gesunde Böden sichern unsere Ernährung. Diese Leistungen sind unersetzlich und um sie zu bewahren, brauchen wir genügend und qualitativ hochwertige Flächen.

    Im Mittelland sind die Defizite gross

    Die Landwirte leisten heute schon viel für die Biodiversität. Es ist auffällig, dass es viele wunderbrare Brachflächen und schöne Wiesen gibt. Leider genügt dies noch nicht. Vielen Arten, wie zum Beispiel die Feldlerche, hört man immer seltener und sie können in der intensiv genutzten Landschaft nicht mehr brüten.

    Vor allem im Mittelland sind die Defizite gross, und obwohl die Landwirtschaft für ihre Bemühungen fair entschädigt wird, fehlt nach wie vor die Qualität.

    biodiversität
    Am 22. September stimmt die Schweiz über die Biodiversitätsinitiative ab. (Symbolbild) - keystone

    Es gibt aber sehr gute Beispiele wie das Klettgau, wo Landwirtschaft und Naturschutz seit 40 Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. 2023 wurde diese zur «Landschaft des Jahres 2023 ausgezeichnet».

    Dies weil in einer modellhaften Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz ein dichtes Netz von Biodiversitätsförderflächen aufgebaut wurde.

    Dies freut heute zahlreiche Vogelarten und den Feldhasen, der hier eine der höchsten Populationsdichten aufweist. Auch die Landschaft hat an Vielfalt, Charakter und Schönheit gewonnen.

    Unterstützt du die Biodiversitätsinitiative?

    Es braucht mehr solche positiven Beispiele, damit sich auch unsere Enkel an einer vielfältigen Umwelt freuen können.

    ***

    Zum Autor: David Galeuchet (Grüne) ist Zürcher Kantonsrat aus Bülach. Von Beruf ist er Energiefachmann und studierter Biologe. Seit 2022 ist er auch Teil der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt.

    Kommentare

    User #6215 (nicht angemeldet)

    Die Nein Kampagne wird ja eigentlich nur von abkäufer und Politische Parteie unterstützt und Finanziert, ob es am Schluss den Landwirte tatsächlich dient oder unterstützt ist eine andere frage. Fakte sind das jährlich etwa 500 Bauernhöfe schliessen, nicht mal unsere Subventionen können das leider Vermeiden, dan sind die "Neine" Argumente nicht wirklich Hilfsreich für die Landwirte. Also Ja zur Biodiversität.

    User #9339 (nicht angemeldet)

    Wildsträucher Einheimische Wildsträucher stecken voller Leben und sind ökologisch wertvoll. Im Gegensatz zu ausländischen Zierpflanzen sind sie an unsere Umgebung angepasst. Eine Hecke aus einheimischen Wildsträuchern blüht zu unterschiedlichen Jahreszeiten und bringt verschiedene Früchte und Samen hervor, die wiederum Nahrung sind für Tiere wie Schmetterlinge, Käfer, Vögel und andere Kleinsäuger. Zahlreiche Schmetterlingsraupen sind auf Wildsträucher angewiesen. Wer Wildsträucher pflanzt, leistet einen grossen Beitrag zur Biodiversität. Die Artenvielfalt im eigenen Garten oder sogar auf dem Balkon wird dadurch gefördert.

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