Airbnb

    Verwaltungsgericht erklärt Interlakner Airbnb-Initiative für gültig

    Juristischer Etappensieg für die SP-Ortsgruppe Interlaken: Ihre Initiative «Wohnraum schützen – Airbnb regulieren» ist vom bernischen Verwaltungsgericht für gültig erklärt worden.

    Auch in Interlaken werden immer mehr Wohnungen auf Buchungsplattformen an Touristen vermietet. Für Einheimische wird der bezahlbare Wohnraum knapper. (Archivbild)
    Auch in Interlaken werden immer mehr Wohnungen auf Buchungsplattformen an Touristen vermietet. Für Einheimische wird der bezahlbare Wohnraum knapper. (Archivbild) - Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE

    Das Gericht wies eine Beschwerde als unbegründet ab, wie aus einem am Donnerstag publizierten Urteil hervorgeht. Ob damit das letzte Wort gesprochen ist, ist offen. Das Urteil kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

    Die Initiative wurde im September 2024 eingereicht. Sie fordert, dass Wohnungen höchstens 90 Nächte pro Jahr an Feriengäste vermietet werden dürfen. Von dieser Beschränkung ausgenommen ist das Vermieten von höchstens fünf Betten, sofern die Vermieter ganzjährig im selben Haus oder in derselben Wohnung leben.

    Der Beschwerdeführer – ein Immobilienbesitzer, der selbst Wohnungen kurzzeitig an Feriengäste vermietet – argumentierte, die Initiative verstosse gegen die Regeln der Planbeständigkeit. Das Baureglement der Gemeinde sei erst wenige Jahre zuvor angepasst worden. Zudem verletzte das Begehren Grundrechte wie die Eigentumsgarantie, die Wirtschaftsfreiheit und die Besitzstandsgarantie.

    «Gewichtiges öffentliches Interesse»

    Das Verwaltungsgericht sieht es anders und verweist auf die angespannte Situation auf dem lokalen Wohnungsmarkt. Die Leerwohnungsziffer in Interlaken sei in den letzten Jahren drastisch gesunken, während die Zahl der Zweitwohnungen überdurchschnittlich stark angestiegen sei.

    Der Schutz und der Erhalt von bezahlbarem Wohnraum für die ortsansässige Bevölkerung stellten daher ein gewichtiges öffentliches Interesse dar. Dieses wiege schwerer als das private Renditeinteresse der gewerblichen Vermieter.

    Nutzt du Airbnb?

    Zudem stellt das Gericht fest, dass die Initiative als einfache Anregung formuliert sei. Dadurch verbleibe der Gemeinde bei der Erarbeitung des konkreten Reglements ausreichend Gestaltungsspielraum, um eine verfassungskonforme Lösung zu finden.

    Initiativen überall auf dem Bödeli

    «Airbnb-Initiativen» mit demselben Wortlaut wurden von der SP Bödeli-Jungfrau auch in Matten, Bönigen, Wilderswil und Unterseen eingereicht. In Matten wurde das Begehren von der Gemeindeversammlung angenommen.

    In Wilderswil wurde das Begehren zurückgezogen, nachdem die Gemeinde die Spielregeln für Plattformvermietungen verschärft hatte. In Bönigen und Unterseen arbeiten die Gemeinderäte derzeit Verschärfungen aus. Was aus den Initiativen wird, ist nach Auskunft der SP Bödeli-Jungfrau noch offen.

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    Kommentare

    User #2739 (nicht angemeldet)

    Die Schweiz ist eines der unattraktivsten Tourismusländer der Welt. Erstens wegen den hohen Preisen. Zweitens weil es kein UBER hat und jetzt AirBnB stoppen will. Ich zahle nicht 200 für eine Übernachtung, kann mir das gar nicht leisten... aber viele Schweizer sind eben rich, die können sich extrem teure Krankenkassen leisten und auch den hohen Benzinpreis.

    User #1168 (nicht angemeldet)

    Der Tourist zerstört was er sucht indem er es findet. Die Gegner der Initiative werden alles daran setzen um das nein Lager hoch zu halten. Das fängt bei der Drohung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes an und hört mit Wohlstandsverlust auf. Um ihre eigenen Interessen durchzusetzen ziehen die das gesamte Register.

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