Über 123'000 Aargauer Fahrzeuge warten auf Prüfung

Keystone-SDA Regional
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Aarau,

Der Rückstand bei den periodischen Fahrzeugprüfungen im Aargau hat sich laut Angaben Regierungsrats im ersten Halbjahr 2026 bei rund 20 Prozent stabilisiert. Eine Änderung der Rechtsform des Strassenverkehrsamts lehnt der Regierungsrat ab.

Beim Aargauer Strassenverkehrsamt besteht ein hoher Rückstand bei der Prüfung von Fahrzeugen: Jedes fünfte Fahrzeug wartet auf die regelmässige Prüfung. (Symbolbild)
Beim Aargauer Strassenverkehrsamt besteht ein hoher Rückstand bei der Prüfung von Fahrzeugen: Jedes fünfte Fahrzeug wartet auf die regelmässige Prüfung. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die aktuellen Prüfrückstände beruhten primär darauf, dass der Prüfbedarf über Jahre hinweg stärker gewachsen sei als die verfügbaren personellen und infrastrukturellen Kapazitäten. Dies schrieb der Regierungsrat am Freitag in der Beantwortung einer Interpellation aus den Reihen der FDP.

Er sieht keinen Grund für eine Verselbstständigung oder Privatisierung des kantonalen Strassenverkehrsamts. Eine Änderung der Organisationsform würde das Problem nicht lösen und kurzfristig keine Abhilfe schaffen. Um die Rückstände abzubauen, setzt der Regierungsrat auf den Ausbau der eigenen Kapazitäten.

Die kantonale Verwaltungseinheit habe zwar eine begrenzte betriebliche Eigenständigkeit. Dafür seien eine klare politische Verantwortung und kantonale Ressourcenkontrolle vorhanden.

Jedes fünfte Fahrzeug wartet auf Kontrolle

Per Anfang Juli wiesen im Aargau 123'720 von insgesamt 606'351 prüfpflichtigen Fahrzeugen ein überfälliges Prüfintervall auf. Dies entspricht einer Quote von 20,4 Prozent. Die grössten Rückstände bestehen dabei bei Personenwagen und Motorrädern, wie aus der Beantwortung hervorgeht.

Massgeblich zum Rückstand beigetragen habe der Ausstieg des TCS als externer Anbieter per Ende 2024. Dadurch entfiel laut Regierungsrat eine jährliche Kapazität von rund 8000 Prüfungen beziehungsweise fünf Prozent der Gesamtleistung. Zudem hätten reduzierte Kapazitäten während der Corona-Pandemie und die Sanierung der Prüfhalle in Schafisheim eine Rolle gespielt.

Im interkantonalen Vergleich liegt der Kanton Aargau mit einer Überfälligquote von 20,4 Prozent auf dem zweiten Platz. Nur der Kanton Schaffhausen (21,0 Prozent) und Zürich (21,2 Prozent) weisen höhere Rückstandsquoten auf, wie aus einer Zusammenstellung der Aargauer Behörden hervorgeht.

Kantone wie Obwalden (0,1 Prozent) oder Schwyz (0,2 Prozent) kommen mit deutlich geringeren Quoten aus. Mehrere Kantone mit niedrigen Quoten sind als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalten organisiert, während Aargau weiterhin eine kantonale Verwaltungseinheit darstellt.

Regierungsrat prüft höhere Prüfgebühren

Das Aargauer Strassenverkehrsamt verfügt derzeit über 52,4 Stellen für Verkehrsexperten. Die jährliche Kapazität beträgt einschliesslich delegierter Prüfungen rund 150'000 Fahrzeugprüfungen. Die Rekrutierung und Ausbildung neuer Fachkräfte benötige jedoch Zeit, sodass zusätzliche Stellen die Prüfleistung nicht unmittelbar erhöhten, hält der Regierungsrat fest.

Er will die Gebührenordnung im Rahmen der Kapazitätsplanung überprüfen. Der Grundpreis für Fahrzeugprüfungen beträgt seit 2008 unverändert 58 Franken. Andere Kantone verlangen für vergleichbare Leistungen zwischen 70 und 80 Franken.

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