Thurgauer EDU-Kantonsrat Sigrist zur Neutralitätsinitiative

Andreas Sigrist
Andreas Sigrist

Frauenfeld,

Am 27. September sagt der Thurgauer EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist Ja zur Neutralitätsinitiative. Ein Gastbeitrag.

Andreas Sigrist Porträtfoto EDU
Andreas Sigrist ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. - zVg

Die Gewaltanwendung weltweit ist erschreckend. Gefühlt brennt es an allen Ecken und Enden. Dabei spüre ich in mir Ohnmacht und Trauer über all dem Leid, gleichzeitig aber auch den Wunsch nach echtem, nachhaltigem Frieden.

Der Bundesrat hat in jüngsten Konflikten oft entschieden, internationale Sanktionen mitzutragen, um Solidarität zu zeigen.

Das ist zwar verständlich, doch hat das weitreichende Folgen: Wir reihen uns so ungewollt in die Logik von ‹Freund› und ‹Feind› ein und verlieren unsere Glaubwürdigkeit als unabhängige Schlichtungsstelle.

Neutralitätsinitiative
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Neutralitätsinitiative ab. - keystone

Es mag für Betroffene von Gewalt im ersten Moment wie fehlende Solidarität wirken, wenn die Schweiz auf Sanktionen verzichtet. Doch unsere Welt braucht nicht nur Akteure, die wirtschaftlich oder militärisch Position beziehen.

Sie braucht ebenso dringend verlässliche, neutrale Orte, wo das Verarzten von Wunden, humanitäre Hilfe und schliesslich Friedensverhandlungen überhaupt noch möglich sind. Diese Haltung ist kein Wegschauen, sondern ein aktiver, zutiefst notwendiger Dienst an den Opfern.

Wirst du für die Neutralitätsinitiative stimmen?

Die Initiative verlangt einen schmerzhaften Schnitt: Sie untersagt eigenmächtige Sanktionen (UNO-Sanktionen bleiben bestehen) und verbietet Bündnisse im Vorfeld eines Angriffs. Das erfordert den Mut, Spannungen und Kritik auszuhalten.

Diese Bereitschaft und die Zustimmung zur Neutralitätsinitiative sind meine Möglichkeiten, zu Versöhnung und Frieden in dieser Welt beizutragen. Darum: Ja zur Initiative.

Zum Autor

Andreas Sigrist (*1962) ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. Der Landwirt und Theologe ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt in Guntershausen.

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Kommentare

User #1521 (nicht angemeldet)

Andreas Sigrist verdeutlicht in seinem Beitrag die Bedeutung der Vermittlung für den Frieden, während Kritiker wie die Opération Libero dieses Engagement als Naivität darstellen und sachliche Debatten durch koordinierte Aktionen zu steuern versuchen. Hinter der Inszenierung einer unabhängigen Zivilgesellschaft stehen laut der Kritik oft finanzielle Mittel im Hintergrund, welche die aussenpolitische Unabhängigkeit gefährden, weshalb ein Ja am 27. September 2026 als Signal gegen diese Einflussnahme verstanden werden kann.

User #2314 (nicht angemeldet)

"Frieden und Versöhnung" tönt gut. Aber es gibt Despoten wie Putin, die verstehen nur klare Kante. Die hybride Kriegsführung Russland überschwemmt auch die Schweiz. Naiv zu glauben, dass wir als neutraler Staat nach dem Verständnis der EDU und der SVP in Putins Augen schützenswerter wären. John Sweeney's Buch, der Killer im Kreml, zeigt Putins Biografie eindrücklich. Wem das nicht genügt, soll mal die Biografien der verfolgten christlichen Untergrundkirche lesen. Tausende Opfer, tausende, zu Unrecht verfolgter Christen, die in Sibirien oder im Knast landeten. Und das auch in Staaten des damaligen Warschauer Pakts. Richard Wurmbrand beispielsweise. Und Zehntausende Prediger in der UdSSR und Russland.

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