St.Gallen – Franziska Steiner-Kaufmann (Mitte): Ja zu Wil West!

Bei den Abstimmungen am 8. März spricht sich Mitte-Kantonsrätin Franziska Steiner-Kaufmann mit einem Ja für Wil West aus. Ein Gastbeitrag.

Steiner-Kaufmann Mitte St.Gallen
Franziska Steiner-Kaufmann ist Bäuerin und Kantonsrätin der Mitte St.Gallen. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Bäuerin und Kantonsrätin Franziska Steiner-Kaufmann sagt am 8. März 2026 Ja zu Wil West.
  • Beim Kaufpreis seien keine halben Sachen, sondern eine Vollkostenrechnung gefragt.
  • Wil West sei eine ganzheitliche Lösung für die Ostschweiz, so die Mitte-Politikerin.

Wenn man gegen Wil West mit dem Verkaufspreis argumentiert, hört man auf der halben Strecke auf zu rechnen: Gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtungen ziehen Gegner von Wil West dem Preis direkt mal ab.

Sie rechnen nur noch das Verbleibende durch sämtliche irgendwie betroffenen Quadratmeter und landen dann bei 54 Franken pro Quadratmeter.

Instandsetzung kostet was

Es ist aber so: Nur für das effektive bebaubare Gebiet von 7,8 Hektaren wurde der Kaufpreis auf 20 Millionen Franken fixiert. Das heisst 255 Franken pro Quadratmeter.

Wil
Die Gemeinde Wil SG. (Symbolbild) - Google Maps

Es gibt nun aber noch keine Strasse, keine Kanalisation, kein Wasser, kein Strom. Es kommen da also noch mindestens 250 Franken für Strassen-, Strom- und Wasseranschluss und für weitere Massnahmen wie zum Beispiel den Bodenabtrag hinzu. Gibt also total rund 500 Franken pro Quadratmeter.

Bei Wil West ist es, wie wenn jemand ein altes Bauernhaus ohne öffentlichen Wasseranschluss und ohne Anschluss an die Kanalisation, dafür mit holpriger Kieszufahrt günstig kaufen kann. Da kostet die Instandsetzung danach halt noch was.

Übrigens: Der Kaufpreis bei Wil West wurde genauso ermittelt, wie es bei Land und Leuten üblich ist, wenn man Böden oder eine Immobilie verkaufen will. Man lässt den Schätzer kommen. Hier wurde es genauso gemacht.

Auch die Landwirtschaft profitiert

Viel wichtiger als der Kaufpreis ist aber, was bekommen wir mit Wil West eigentlich? Eine ganzheitliche Lösung für das Verkehrsproblem in Wil mit ÖV und Autobahnzubringer.

Wie stimmst du am 8. März über das Projekt Wil West ab?

Zudem die Möglichkeit, dass an einem Ort gebündelt Unternehmen ansiedeln können. 22 Gemeinden verzichten nämlich auf Neueinzonungen, was Druck vom Kulturland der Landwirtschaft wegnimmt.

Landwirte sollen das Dreifache des Schätzpreises erhalten, wenn ihnen landwirtschaftliches Kulturland enteignet wird. Der Nationalrat ist am Dienstag dem Vorschlag des Ständerats gefolgt. (Symbolbild)
Durch Wil West profitiere die Landwirtschaft von Massnahmen zur Bodenverbesserung, so Steiner-Kaufmann. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Zudem verlieren wir nicht teuer ausgebildete Fachkräfte an den Kanton Zürich, sondern diese bleiben viel eher bei uns in der Ostschweiz hängen. Die Landwirtschaft profitiert zudem von umfassenden Bodenverbesserungsmassnahmen.

Genauso hätte man schon vor 50 Jahren planen und entwickeln sollen. Darum Ja zu Wil West.

Zur Autorin

Franziska Steiner-Kaufmann (*1992) ist Bäuern, Kantonsrätin und Präsidentin Die Mitte im Kanton St.Gallen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern auf dem Familienbetrieb, einem Bauernhof, in Gommiswald.

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Kommentare

User #6002 (nicht angemeldet)

zudem: Demokratisch ist die Abstimmung zu 100%. 3 Jahre Verbesserungen am Projekt mit Einbezug der Kritiker. viele Bedenken wurden ernst genommen und Lösungen wurden gesucht und gefunden. Dann macht man nochmals eine Abstimmung, weil sich das Projekt eben verändert hat, damit es eben demokratisch ist. Komisches Verständnis der Demokratie, wenn man immer nur 1mal über etwas abstimmen darf, dann würden wir ja gar nirgends hinkommen in unserem Land. Wie viel mal stimmten wir schon über Zuwanderung ab? Wie viel mal über die AHV? merkt ihr selbst oder....

User #6002 (nicht angemeldet)

Das Land geht nicht verloren, die Fruchtfolgeflächen werden kompensiert, im TG und in SG. Damit ist die Ernährungsicherheit problemlos gewährt und die Landwirtschaft profitiert von Bodenverbesserungen zu denen wohl kein Landwirt Nein sagen wird. Wir müssen aufhören fundamental Nein zu sagen, das führt nur zu Stillstand der niemandem Hilft. Die Wirtschaft braucht Entwicklungsraum und hier erhält sie einen Raum der zentral und gut angeschlossen ist. Besser als in allen Gemeinden etwas einzuzonen und damit noch mehr Kulturland wegzuwerfen ist das allemal.

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