Stadt Zürich

    Stadt Zürich sieht Erfolge beim Konsumraum für Auswärtige

    Keystone-SDA Regional
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    Zürich,

    Seit knapp einem Jahr gibt es in Zürich einen Konsumraum für auswärtige Drogenabhängige. Die Stadt zieht eine positive Bilanz, bemängelt aber weiterhin fehlende Angebote ausserhalb der Stadt, an die Betroffene weitervermittelt werden können. Damit ist sie nicht alleine.

    In der Stadt Zürich gibt es Kontakt- und Anlaufstellen für Drogenkonsumierende. Ausserhalb der Stadt fehlt es offenbar an solchen Angeboten. (Archivbild)
    In der Stadt Zürich gibt es Kontakt- und Anlaufstellen für Drogenkonsumierende. Ausserhalb der Stadt fehlt es offenbar an solchen Angeboten. (Archivbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

    Am 1. Oktober 2025 eröffnete die Stadt Zürich wegen des zunehmenden Drogenkonsums im öffentlichen Raum, insbesondere von Crack, einen neuen Konsumraum. In der Nähe des Einkaufszentrums Sihlcity entstand ein provisorisches Angebot für Drogenabhängige aus anderen Gemeinden, der sogenannte «Raum für Konsum und Triage». Damit reagierte die Stadt auch auf die Tatsache, dass ein Teil der Konsumierenden von ausserhalb Zürichs kommt.

    Positive Entwicklung

    Die Entwicklung in den ersten elf Monaten bezeichnet die Stadt auf Anfrage von Keystone-SDA als positiv. Die Nutzungszahlen zeigten, dass auch bislang schwer erreichbare und stark suchtbelastete Menschen angesprochen und zu Beratungsgesprächen gebracht werden könnten, teilte der Sprecher des Sozialdepartements mit.

    Dadurch finde auch zumindest ein Teil der Konsumationen – bis Anfang September knapp 4500 – im geschützten Rahmen statt und nicht mehr im öffentlichen Raum. «Das sind zwei wichtige Erfolge», so der Sprecher.

    Im «Raum für Konsum und Triage» an der Bederstrasse im Enge-Quartier fanden in den ersten elf Monaten mehr als 600 Beratungsgespräche mit fast 300 Personen statt. 20 bis 25 Personen nutzten das Angebot regelmässig, so der Sprecher.

    Viele Angebote reduziert

    Der Fokus des Angebots liegt auf Triage und Weitervermittlung. Ziel ist es, die Konsumierenden an ihre Herkunftsgemeinden weiterzuvermitteln.

    Doch damit die Menschen in Unterstützungssysteme und Angebote ausserhalb der Stadt Zürich vermittelt werden können, müssten diese auch vorhanden sein, schreibt der Sprecher des Sozialdepartements. In den letzten rund zehn Jahren seien viele Angebote für schwerstabhängige Menschen ausserhalb der Stadt Zürich reduziert oder eingestellt worden. «Die fehlen heute.»

    Deshalb sei dieses Thema «mit der nötigen Dringlichkeit» in die Sozialkonferenz des Kantons Zürich eingebracht worden. In der entsprechenden Arbeitsgruppe bestehe ein gemeinsames Verständnis, dass die Versorgung schwerstabhängiger Menschen innerhalb des Kantons gemeindeübergreifend angegangen werden müsse.

    Vorstoss von Kantonsratsmitgliedern

    Dass die bestehenden Angebote nicht ausreichen, sehen auch Kantonsratsmitglieder von AL, SP, GLP, EVP und Grünen so. Um die Situation der Drogenabhängigen zu verbessern, brauche es in den anderen Gemeinden und Bezirken weitere Angebote wie Konsummöglichkeiten, betreutes Wohnen oder Notschlafstellen, schreiben sie in einer kürzlich eingereichten Anfrage an die Regierung.

    Sie wollen unter anderem vom Regierungsrat wissen, wie er die Versorgung von Drogenabhängigen im gesamten Kanton beurteilt und wo er Handlungsbedarf sieht. Sie fragen auch, wie sich Kanton und Stadt Zürich über ausserstädtische Drogenabhängige austauschen und wie der Kanton mit Erkenntnissen über deren Wohnsitz aus dem «Raum für Konsum und Triage» umgeht.

    Auch im Stadtparlament ein Thema

    Im vergangenen Juni hatte sich das Stadtzürcher Parlament klar für die Anlaufstelle für auswärtige Drogenkonsumenten ausgesprochen. Dies, nachdem die SVP die sofortige Schliessung forderte.

    Keine der anderen Parteien unterstützte die Forderung. Eine Schliessung sei der falsche Weg, fanden sie. Mehrere Rednerinnen und Redner forderten aber auch, dass andere Gemeinden mehr Verantwortung für Drogenkonsumenten aus ihren Orten übernehmen müssten.

    Kommentare

    User #5230 (nicht angemeldet)

    Gratis Drogen konsumieren auf Staatskosten, ja dass ist sicher ein Erfolg für die Konsumenten.

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