Stadt Luzern

    Solidaritätsbeitrag für Heimkinder im Kantonsrat Luzern chancenlos

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Luzern,

    Wer im Kanton Luzern vor 1981 Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und von Fremdplatzierungen wurde, erhält keine kantonale Entschädigung. Der Kantonsrat hat sich am Montag mit 73 zu 36 Stimmen gegen einen Solidaritätsbeitrag von 25'000 Franken ausgesprochen.

    Das Museum Luzern zeigte dieses Jahr die Ausstellung «versorgt, verdingt, vergessen», zu der ein begehbares Archiv mit Informationen zu Zeitzeugen gehörte. (Archivaufnahme)
    Das Museum Luzern zeigte dieses Jahr die Ausstellung «versorgt, verdingt, vergessen», zu der ein begehbares Archiv mit Informationen zu Zeitzeugen gehörte. (Archivaufnahme) - KEYSTONE/URS FLUEELER

    Für die betroffenen Verdingkinder und Heimkinder habe das Unrecht nicht mit dem Erreichen des Erwachsenenalters geendet, begründete Sarah Bühler-Häfliger (SP) ihr Postulat. Sie seien sich selbst überlassen worden und hätten oft in Armut gelebt.

    Angeordnet worden waren die Zwangsmassnahmen vom Kanton Luzern und den Gemeinden. Sie seien als Menschen zweiter Klasse betrachtet worden, sagte Bühler-Häfliger im Kantonsrat.

    Anerkennung der Mitschuld

    Das Geschehene könne finanziell nicht aufgewogen werden, sagte die SP-Parlamentarierin. Ein Solidaritätsbeitrag wäre aber ein Zeichen der Anerkennung der Mitschuld und der Mitverantwortung der Behörden.

    Der Regierungsrat lehnte die Forderung nach einem kantonalen Solidaritätsbeitrag ab. Niemand behaupte aber, dass das Leid mit dem Beitrag des Bundes abgegolten und die Aufarbeitung abgeschlossen sei, sagte Sozialdirektorin Michaela Tschuor (Mitte).

    Der Kanton habe sich bereits 2015 finanziell am Fonds des Bundes beteiligt, mit dem den Betroffenen geholfen werde, erklärte der Regierungsrat in seiner Antwort. Er unterstütze auch die Aufarbeitung des begangenen Unrechts.

    Neue Ungleichbehandlung vermeiden

    Der Regierungsrat fordert für einen Solidaritätsbeitrag eine einheitliche Regelung des Bundes. Ein kantonaler Solidaritätsbeitrag würde eine neue Ungleichbehandlung schaffen, erklärte er.

    Diesen Ausführungen folgte die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrats. Der Kanton Luzern habe Verantwortung übernommen und sich entschuldigt, hiess es. Der Bund habe mit dem Hilfsfonds bereits eine gesamtschweizerische Lösung getroffen, die dafür sorge, dass alle unabhängig von ihrem Wohnkanton gleichermassen geholfen werde.

    Marcel Budmiger (SP) sagte zu dieser Argumentation, dass es kein Unrecht sei, wenn andere Kantone solidarischer seien als der Kanton Luzern. Es gelte nun, den Worten Taten folgen zu lassen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4228 (nicht angemeldet)

    Wer den Menschen die Strebergärten wegnimmt, ist keine gute Kantonsregierung. Wundert mich nicht, dass diese Regierenden auch für die Heimkinder kein Verständnis haben. Eiskaltes Verhalten. Die Menschenwürde wird ein zweites mal mit Füssen getreten.

    Weiterlesen

    Migros
    324 Interaktionen
    Kunden dürfen jubeln
    José Adelmo de Barros
    Winterthur

    MEHR AUS STADT LUZERN

    Luzern
    1 Interaktionen
    Luzern
    Erbschaftssteuer
    4 Interaktionen
    Bauland
    Steinberger kann sich freuen