Römisch-katholische Kirche im Kanton Solothurn plant Umbau
Die römisch-katholische Kirche im Kanton Solothurn steht vor einem grundlegenden Umbau. Unter dem Leitmotiv «Es geht nicht weiter wie bisher» sieht eine Vision vor, die Organisation auf vier Kirchgemeinden und vier Pastoralräume beziehungsweise Pfarreien zu konzentrieren.

Diese grösseren Einheiten könnten sich an den historischen Dekanaten Buchsgau, Solothurn, Dorneck-Thierstein und Olten-Niederamt orientieren, wie die römisch-katholische Kirche am Montag mitteilte. Bislang sei die Kirche im Kanton in 72 historisch gewachsene Kirchgemeinden und 16 Pastoralräume gegliedert.
Der Reformdruck auf die Institution ist gross. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder im Kanton demografisch bedingt um rund 30 Prozent gesunken, wie es hiess. Gleichzeitig kämpften viele Gemeinden mit akuten Personalengpässen und überdimensionierten Immobilien, die hohe Kosten verursachten.
Ein Beispiel zeigt sich in der Kirchgemeinde Büsserach: Dort musste 2026 eine Sachverwaltung durch den Kanton eingesetzt werden, weil sich kein Kirchgemeinderat mehr bilden liess. Zusätzlicher politischer und finanzieller Druck entsteht, da sich der Kanton Solothurn aus der Finanzierung der Spitalseelsorge zurückziehen will.
Die Reformpläne stossen laut Landeskirche auf breite Unterstützung. Vertreter des kantonalen Amts für Gemeinden hätten betont, dass Zusammenschlüsse mehr Professionalität in der Verwaltung schaffen würden. Auch der Bischof von Basel, Felix Gmür, stützt demnach die Vision.
Die genaue Ausgestaltung des Prozesses sei noch offen. Mögliche Wege seien Fusionen oder Zweckverbände. Diese sollten demokratisch und von unten her erarbeitet werden sollen.






