Referendum gegen Bauprojekt des Kunstmuseums Bern eingereicht

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Ein überparteiliches Referendumskomitee hat am Mittwoch 14'252 Unterschriften gegen ein Sanierungs- und Erweiterungsprojekt des Kunstmuseums Bern eingereicht. Damit dürfte das Geschäft aller Voraussicht vors Volk kommen.

Vertreter des Referendumskomitees mit ihren Unterschriften gegen ein Sanierungs- und Erweiterungsprojekt des Kunstmuseums Bern vor der Staatskanzlei. Diese wird die Signaturen nun prüfen.
Vertreter des Referendumskomitees mit ihren Unterschriften gegen ein Sanierungs- und Erweiterungsprojekt des Kunstmuseums Bern vor der Staatskanzlei. Diese wird die Signaturen nun prüfen. - Handout: Referendumskomitee «Nein zum Millionen-Luxusprojekt Eiger»

Für das Zustandekommen eines Referendums braucht es 10'000 Unterschriften. Die Signaturen wurden am Mittwoch bei der Staatskanzlei eingereicht. Diese prüft sie nun.

Kommt das Referendum zustande, könnten die Stimmberechtigten allenfalls im Juni an die Urne. Den genauen Abstimmungstermin legt der Regierungsrat noch fest.

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Das Kunstmuseum Bern. - keystone

Das Referendumskomitee wird von Vertreterinnen und Vertretern der SVP, der GLP und der EDU sowie von parteiunabhängigen Personen getragen. Der Widerstand richtet sich laut Komitee nicht gegen eine Sanierung des Museums, sondern gegen das geplante Projekt Eiger, das klar über den Sanierungsbedarf hinausgehe.

Das Projekt habe in den letzten Jahren eine beunruhigende finanzielle Dynamik entwickelt, hält das Komitee in einer Mitteilung vom Mittwoch fest. Während man 2021 noch von einem Kantonsbeitrag von 40 Millionen ausging, sei dieser 2024 auf 57,6 Millionen Franken erhöht worden.

Die Gesamtkosten würden inzwischen auf bis zu 147 Millionen Franken geschätzt, über 81 Millionen davon zulasten der Steuerzahlenden. Dazu kämen noch erhebliche Planungskosten.

Das Komitee bezeichnet das Sanierungsprojekt als unausgewogen und überdimensioniert – und dies just in einer Zeit, in der der Kanton Projekte streichen oder aufschieben müsse, etwa bei Schulen, Infrastrukturen oder in der Gesundheitsversorgung in den Regionen. Kulturpolitik brauche Augenmass, fordert das Komitee.

Das Siegerprojekt «Eiger» beinhaltet die Sanierung des historischen Stettlerbaus und die Erstellung eines Ersatzneubaus für den Atelier-5-Bau sowie die Sanierung des Gebäudes an der Hodlerstrasse 6.

Die Gesamtkosten werden auf 147 Millionen Franken veranschlagt. 40 Prozent tragen Private, Stiftungen, die Wirtschaft und der Lotteriefonds. Darin eingeschlossen sind auch 30 Millionen Franken von Mäzen Hansjörg Wyss und fünf Millionen Franken der Burgergemeinde Bern. Für die ordentlichen Staatsmittel von 81 Millionen Franken gibt es ein Kostendach.

Gehst du gerne ins Museum?

Der Grosse Rat hatte im September 2025 für die Projektierung des Vorhabens 15,7 Millionen Franken mit 91 zu 44 Stimmen bei 16 Enthaltungen genehmigt.

Befürworter des Projekts haben im Januar bereits ein Abstimmungskomitee gebildet. Grossratsmitglieder aus acht Parteien setzten sich darin für das Sanierungs- und Erweiterungsprojekt ein.

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Kommentare

User #1396 (nicht angemeldet)

Na ja, die Gelder kommen ja von den Geberkantonen des NFA. Mit fremdem Geld lässt sich leicht herumlaufen.

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