Parlament

    Neustart für St. Galler Parlament und Regierung in der Junisession

    Nächste Woche treten ein neuer Kantonsrat und eine neu zusammengesetzte St. Galler Regierung ihre Amtszeit an.

    Susanne Hartmann
    Susanne Hartmann von der Mitte wurde bereits in der Aprilsession zur neuen Regierungspräsidentin gewählt. - Keystone

    Ein neuer Kantonsrat und eine neu zusammengesetzte St. Galler Regierung werden nächste Woche in die nächste Legislatur starten. Auf dem Programm der Junisession stehen vor allem Wahlen oder etwa die Rechnung 2023. Kontroverse Debatten sind zur Umsetzung der Pflegeinitiative zu erwarten.

    Für den Start des Parlamentsbetriebs braucht es unter anderem neue Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler, auch die ständigen Kommission müssen wieder besetzt werden. Die Junisession beginnt deshalb mit zahlreichen Wahlgängen.

    Im Zentrum steht dabei die Besetzung des Ratspräsidiums: Zur neuen Präsidentin der Kantonsrats und damit zur höchsten St. Gallerin dürfte die 61-jährige Landwirtin Barbara Dürr von der Mitte gewählt werden.

    Bei den Erneuerungswahlen am 3. März ist der Kantonsrat noch weiter nach rechts gerückt. Die SVP-Fraktion hat inklusive eines EDU-Vertreters neu 42 Mitglieder (zuvor 35) und kann damit aus eigener Kraft ein Ratsreferendum durchsetzen.

    Dafür werden mindestens 40 Stimmen benötigt.

    Zusammenarbeit zwischen FDP und SVP

    Zusammen mit den 19 Sitzen der FDP gibt es im Kantonsrat wie bereits zwischen 2016 und 2020 wieder eine rechtsbürgerliche Mehrheit von 61 der 120 Parlamentssitze.

    Die zweitgrösste Fraktion ist die neue Zweckgemeinschaft aus SP, Grünen und GLP mit 30 Mitgliedern. Dort gibt es mit dem Wiler Stadtrat Dario Sulzer (SP) einen neuen Fraktionschef. Fast gleich gross ist die Fraktion von Mitte und EVP mit 29 Kantonsrätinnen und Kantonsräten.

    Dario Sulzer SP
    Dario Sulzer ist Wiler Stadtrat sowie St. Galler Kantonsrat für die SP. - zVg

    Der neu zusammengesetzte Rat wird sich traditionsgemäss mit der Rechnung 2023 beschäftigen. Diese schloss mit einem operativen Defizit von knapp 200 Millionen Franken ab.

    Das erwartete Minus ist vor allem die Folge von ausbleibenden Nationalbankgeldern. Ausgewirkt haben sich auch diverse Steuersenkungen.

    Finanzkommission empfiehlt Gutheissung

    Die Finanzkommission empfiehlt Gutheissung. Kein grosses Thema dürfte der Betrag von 400'000 Franken aus dem Lotteriefonds für den Auftritt des Kantons an der Olma sein.

    Die Regierung konnte der Finanzkommission offenbar plausibel erklären, wieso es das Geld für eine überzeugende Präsentation braucht.

    Insgesamt sind es 1,4 Millionen Franken. Die Kommission signalisierte jedenfalls Zustimmung.

    Kontroverse Meinungen gibt es hingegen bei der kantonalen Umsetzung der Pflegeinitiative. Die erste Etappe ist eine Ausbildungsoffensive, die eine finanzielle Unterstützung von Studierenden beinhaltet.

    Zwischen 2024 und 2032 sollen dafür knapp 128 Millionen Franken ausgegeben werden.

    Kontroversen um Pflegeinitiative

    Die vorberatende Kommission verlangt in einem Antrag zum einen tiefere Ausbildungsbeiträge als sie die Regierung vorschlägt. Vor allem aber sollen Studierende, die danach nicht im Kanton St. Gallen und nicht in der Pflege arbeiten, die Beiträge zurückzahlen müssen.

    Dagegen wehrt sich die Regierung mit einem Gegenantrag. Weil in anderen Kantonen keine Rückzahlpflicht vorgesehen sei, würde St. Gallen «zu einem unattraktiven Ausbildungskanton», argumentiert sie.

    Unterstützung gibt es von der Mitte-EVP-Fraktion sowie von der SP-Grüne-GLP-Fraktion. Beide kündigten in Communiqués an, die Rückzahlungspflicht abzulehnen.

    Kommentare

    User #1054 (nicht angemeldet)

    JETZT kommt endlich etwas Farbe in die Regierung , denn Frau Hartmann kleidet sich oft mit Carnevals-Röcken und das gibt eben frische Farben und ist schön. Guten Start !

    User #4676 (nicht angemeldet)

    Doppel-JOBS am Laufmeter. Keine Bedenken diese auszuführen! So seriös ist diese Regierung!

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