Neuer Gewässerrichtplan für den Unterlauf der Sense
Der Berner Regierungsrat hat für den Unterlauf der Sense einen Gewässerrichtplan festgelegt. Er betrifft den Abschnitt zwischen der Einmündung des Schwarzwassers bei Aeckenmatt und der Mündung der Sense in die Saane bei Laupen. Auch der an die Sense angrenzende Kanton Freiburg war bei der Erarbeitung mitbeteiligt.

Er setzt die gleichen Massnahmen für die flussangrenzenden Freiburger Gemeinden Ueberstorf, Wünnewil-Flamatt und Bösingen um. Der Gewässerrichtplan soll dazu beitragen, die Sense als ökologisch wertvollen und attraktiven Lebensraum zu erhalten und einen angemessenen Hochwasserschutz zu gewähren, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte.
Dabei soll die Sense Lebensräume für einheimische, standortgerechte Tiere und Pflanzen bieten und gleichzeitig weiterhin als Erholungsraum genutzt werden können.
Im Weiteren soll die Sense als Erholungsraum genutzt werden können, ohne dass die negativen Auswirkungen die Entwicklung des Lebensraums Gewässer behindern. Um allfällige Interessens- und Nutzungskonflikte zu reduzieren, werden Nutzungen entlang der Sense entflochten und Prioritäten gesetzt.
So gibt es Gebiete, etwa um Laupen oder zwischen Neuenegg und Törishaus, in denen die Erholungsnutzung Vorrang geniesst. Zwischen Laupen und Neuenegg gibt es Regionen, in denen die Landwirtschaft oder die Natur Vorrecht geniessen. Auch für die Forstwirtschaft gibt es Gebiete. Oberhalb von Thörishaus hat vor allem die Natur Vorrang, wie aus dem Richtplan hervorgeht.
Die Sense, die im Gantrischgebiet entspringt, ist in ihrem Oberlauf eines der wenigen Gewässer in der Schweiz, welches über eine lange Strecke seine natürliche Morphologie und Dynamik entfalten kann.
Im Unterlauf hingegen wurde die Sense zu Beginn des 20. Jahrhunderts kanalisiert und begradigt. Die Kanalisierung löste eine Sohlenerosion in der Sense aus, welche mit dem Bau von Schwellen verlangsamt wurde.
Heute ist die Sohle der Sense zwischen Thörishaus und der Einmündung in die Saane mit 46 Schwellen fixiert. Die Ufer der Sense sind auf rund zwei Drittel ihrer Länge verbaut, wovon lediglich die Hälfte des Uferschutzes in einem guten Zustand ist.






