Neue Bundesregeln machen Weg frei für 4000 Zürcher Wohnungen
Der Bundesrat hat die Regeln zum Ortsbildschutz gelockert. In der Stadt Zürich können nun tausende blockierte Wohnungen gebaut werden.

Die Anpassung der Verordnung zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) beendet in der Stadt Zürich einen Baustopp für rund 4000 Wohnungen. Dies berichtete das «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF am Donnerstag.
Für die Stadt Zürich ist der bundesrätliche Entscheid von grosser Bedeutung. Martin Schneider, stellvertretender Direktor des Amts für Städtebau, sprach gegenüber dem Regionaljournal von einer grossen Erleichterung: «Der Entscheid ist für uns ein ganz wichtiger Durchbruch». Es handle sich um die Lösung für ein Problem, das viel Mühe gekostet habe.
Strenge Praxis bremste Bauprojekte
In der Vergangenheit führte die strenge Anwendung des ISOS dazu, dass in Zürich viele Bauvorhaben blockiert waren. Das Inventar galt laut Schneider nicht nur für historische Plätze und Gebäude, sondern für drei Viertel der gesamten Stadtfläche. Selbst kleine Vorhaben wie der Bau einer Tiefgarage oder einer Solaranlage boten Angriffsfläche für Rekurse. Betroffen waren auch viele genossenschaftliche und damit preisgünstige Wohnungen, die in der Stadt dringend benötigt werden.
Um den stockenden Wohnungsbau und die Verdichtung nach innen zu fördern, passte der Bundesrat die Verordnung nun an. Die neuen Bestimmungen sollen laut Bund die Planungs- und Bewilligungsverfahren vereinfachen und beschleunigen, ohne dabei den Schutz der Ortsbilder unverhältnismässig einzuschränken.
Die revidierten Vorgaben treten am 1. November 2026 in Kraft. In Zürich können Baugesuche ab diesem Datum nach den neuen Regeln eingereicht werden. Die Stadt rechnet damit, dass viele Projekte künftig ohne die bisherigen massiven Einschränkungen innerhalb von einem halben bis ganzen Jahr bewilligt werden können.






