Stadt Luzern

    Luzerner Polizei bewältigt übungshalber Geiselnahme im Kantonsrat

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Luzern,

    Die Luzerner Polizei hat am Donnerstag in einer Korpsübung ihr internes Zusammenspiel getestet. Eine erste Bilanz von Kommandant Adi Achermann unmittelbar nach der Übung fiel positiv aus.

    Die Luzerner Polizei ist einem Stresstest unterzogen worden. (Symbolbild)
    Die Luzerner Polizei ist einem Stresstest unterzogen worden. (Symbolbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

    Das Szenario war von der Kantonspolizei Aargau ausgedacht worden, welche auch die Übung leitete. Die Polizei im Aargau habe mehr Erfahrung in solchen Ernstfällen als die im Kanton Luzern, sagte Achermann nach der Übung den Medien.

    An der Übung stürmten zwei Männer, Vater und Sohn, bewaffnet in den Kantonsratssaal, in dem das Parlament tagte. Sie verletzten mit Schüssen eine Polizistin und einen Polizisten und nahmen über 30 Geiseln, Kantonsratsmitglieder, Medienschaffende und Gäste, in ihre Gewalt.

    Der angeschossene Polizist konnte um 8.46 Uhr Alarm schlagen. Einsatzkräfte waren laut Achermann rasch vor Ort. Weil im Innern des Gebäudes keine Schüsse fielen, hätten sie die Situation «eingefroren».

    Geiselnehmern Pizzen geliefert

    Es wurden weitere Einsatzkräfte aufgeboten, unter anderem auch die Verhandlungsgruppe. Zum Schluss standen rund hundert Luzerner Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Die Geiselnehmer forderten Geld und freies Geleit, mussten mit Pizzen versorgt werden und konnten schliesslich festgenommen werden.

    Achermann betonte, dass es sich um ein Übungsszenario handelte. Auch wenn er von der Kantonspolizei Aargau noch kein Feedback erhalten hatte, kam er zum Schluss, dass die Prozesse innerhalb des Einsatzes funktionierten. An Details gebe es aber noch zu feilen.

    Justiz- und Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj (SP) sagte, solche Übungen seien nötig, weil es für den Ernstfall keine Generalprobe gebe. In einem Ernstfall würden auch noch Emotionen und der Druck dazukommen.

    Das Übungsszenario schätzte Achermann angesichts der erhöhten Bedrohungslage als realistisch ein. In den letzten zehn Jahren habe die Polizei enorm viel investiert, um solche Ereignisse bewältigen zu können, sagte er.

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    Kommentare

    User #1006 (nicht angemeldet)

    Gut, wird sowas jetzt trainiert. Wir erinnern uns alle an den tragischen Vorfall in Zug.

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