Appenzellerland

Lob und Kritik am Entscheid des St. Galler Bischofs

Keystone-SDA Regional
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Appenzell,

Betroffenenorganisationen haben das Veto des St. Galler Bischofs zum geplanten Einzug einer umstrittenen Gemeinschaft in das Kloster Wonnenstein positiv aufgefasst. Nicht nachvollziehen kann den Entscheid hingegen der Verein, der sich für die Weiterführung des Kapuzinerinnenklosters einsetzt.

Bischof Beat Grögli sprach sich gegen den Einzug der Gemeinschaft Maria Stella Matutina in das Kloster Wonnenstein aus. Betroffenenorganisationen begrüssen den Entscheid. (Archivbild)
Bischof Beat Grögli sprach sich gegen den Einzug der Gemeinschaft Maria Stella Matutina in das Kloster Wonnenstein aus. Betroffenenorganisationen begrüssen den Entscheid. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die umstrittene und seit mehreren Jahren mit verschiedenen Vorwürfen konfrontierte Schwesterngemeinschaft Maria Stella Matutina darf nicht wie vorgesehen in das Kloster Wonnenstein bei Teufen AR einziehen. Das sei «ein wichtiges Zeichen für verantwortungsvolle Prävention und den Schutz potenzieller Betroffener», schreibt die Betroffenenorganisation IG-M!kU in einem Communiqué. Sie unterstützt Personen, die im kirchlichen Umfeld sexuellen und spirituellen Missbrauch erlebten.

Ebenfalls hinter dieser Einschätzung stehen zwei weitere Betroffenenorganisationen aus dem Tessin respektive aus der Westschweiz. Die Organisationen hätten ihre Bedenken zur Gemeinschaft mit Sitz in Italien Mitte Dezember Bischof Beat Grögli mitgeteilt. «Diese Hinweise wurden ernst genommen und flossen in eine erneute, vertiefte Prüfung der Situation ein», heisst es im Communiqué der drei Organisationen weiter. Mit dem Entscheid habe die Bistumsleitung ihre Verantwortung wahrgenommen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich Bischof Beat Grögli nach «eingehender Prüfung neuer Informationen im Zusammenhang mit der Vorgeschichte» der Gemeinschaft Maria Stella Matutina gegen den Einzug der Schwestern ins Kloster Wonnenstein ausgesprochen hatte.

Bei dieser Vorgeschichte geht es unter anderem um den französischen Pater Marie-Dominique Philippe, der eine Vorgängergemeinschaft von Maria Stella Matutina gegründet hatte. «Ein mittlerweile verstorbener Pater, der nachweislich ein Missbrauchstäter war», wie Grögli auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ausgeführt hatte.

Zwar sei Maria Stella Matutina nicht von diesem Pater gegründet worden. Dennoch fehle der jetzigen Gemeinschaft «eine klare Distanzierung» von der vormaligen Gründergeneration rund um Marie-Dominique Philippe, hatte Grögli weiter gesagt. Vor diesem Hintergrund könne er die Schwesterngemeinschaft nicht in das Kloster einziehen lassen.

Den Entscheid des Bischofs nicht nachvollziehen kann hingegen der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein, wie Präsident Andreas Brändle auf eine Anfrage hin schrieb. Noch im November habe das Bistum «grünes Licht» gegeben zur Vereinbarung, welche die Ansiedlung der Schwesterngemeinschaft auf Advent 2026 hin vorsah.

«Wir haben die Schwestern der Gemeinschaft in allen unseren Kontakten und Begegnungen als weltoffene, positiv eingestellte, charismatische und fröhliche Menschen erfahren», schrieb Brändle weiter. Vorwürfe betreffend mangelnde spirituelle Begleitung, Abschottung und eine sektiererische Haltung, wie sie beispielsweise das Online-Portal kath.ch zusammengetragen hatte, kursierten zwar seit Jahren.

Aber: «Wir können in dieser Geschichte keine konkreten Verfehlungen und strafbaren Handlungen der fraglichen Schwestern erkennen, noch haben wir bis heute neue Vorwürfe oder Fakten zur Kenntnis erhalten, die dieser Beurteilung widersprechen würden», schrieb Brändle weiter. Die Schwesterngemeinschaft selbst hatte die Vorwürfe gegenüber kath.ch als «Verleumdung» zurückgewiesen.

Der Verein halte an seinem Plan zur Weiterführung des Klosters Wonnenstein fest, so Brändle. Wichtiger Teil davon sei die Ansiedlung einer neuen Gemeinschaft. «In wie weit aus dieser neuen Situation Anpassungen erforderlich sein werden, kann heute noch nicht beurteilt werden.»

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