Kanton Thurgau verstärkt die Suizidprävention
Im Thurgau soll die Suizidprävention verstärkt und kantonsweit koordiniert werden. Das sind die Ergebnisse eines Berichts, der am Donnerstag vorgestellte wurde. Im Thurgau liegt die Suizidrate über dem Schweizer Durchschnitt.

Die weit verbreitete Annahme, suizidale Personen seien grundsätzlich nicht von ihrem Vorhaben abzuhalten, widerspreche wissenschaftlichen Erkenntnissen, wird Regierungsrat Urs Martin (SVP), Vorsteher des Departements Finanzen und Soziales, in der Mitteilung vom Donnerstag zitiert.
Der Kanton Thurgau engagiere sich seit vielen Jahren in der Suizidprävention. Es fehle aber bisher ein koordiniertes und kantonsweites Vorgehen, das alle Altersgruppen berücksichtige. Diese Lücke wurde nun geschlossen.
Das Amt für Gesundheit hat einen Bericht mit einer umfassenden Situationsanalyse vorgelegt. Darin finden sich konkrete Empfehlungen für Massnahmen. Diese sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Ein Beispiel dafür ist der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit. Dafür wird ein Flyer mit Hilfsangeboten erarbeitet, der am «Welttag Suizidprävention» (am 10. September) verteilt wird.
Ein weiteres Thema ist die «Früherkennung und Frühintervention». Vorgesehen sei die Bekanntmachung und Finanzierung der Hälfte der Gebühren von Ensa-Kursen zu «Erste-Hilfe-Gespräche über Suizidgedanken», heisst es im Bericht. Ensa ist ein Programm der Stiftung Pro Mente Sana.
Geplant ist auch eine jährliche Aktion zur Rücknahme von Schusswaffen sowie zu Medikamenten. Im Bericht wird weiter ein Leitfaden für Hinterbliebene angekündigt. Künftig will der Kanton die Suizidalität überwachen. Zudem sollen sich die «relevanten kantonalen Akteure» jährlich über das Thema austauschen.






