Kanton Aargau will Unterlistenflut bei Nationalratswahlen stoppen

    Keystone-SDA
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    Aarau,

    Kantone wollen die Anzahl der Unterlisten bei Nationalratswahlen begrenzen.

    Wahlzettel
    Eine Stimmenzählerin nimmt einen Wahlzettel zur Nationalratswahl. (Symbolbild) - keystone

    Die Kantone sollen bei den Nationalratswahlen die Zahl der Unterlisten pro Partei beschränken können. Das Aargauer Kantonsparlament hat eine entsprechende Standesinitiative zur Begrenzung der Unterlistenflut beschlossen. Bei den letzten Wahlen kandidierten 713 Personen auf 52 Listen für die 16 Aargauer Nationalratssitze.

    Der Grosse Rat hiess am Dienstag mit 83 zu 43 Stimmen die Standesinitiative an die Adresse der eidgenössischen Räte gut. Die Initiative geht auf einen Vorstoss der Fraktion Grüne, FDP und SVP zurück. Auch der Regierungsrat sprach sich für die Standesinitiative aus.

    Die Zahl der Unterlisten habe massiv zugenommen, hielten Grüne, FDP und SVP fest. Viele Wählende seien wegen der Unterlistenflut «schlicht überfordert» und die Listen seien «ein Ärgernis». Die Chance der Personen auf den Unterlisten gewählt zu werden, sei praktisch bei null.

    Gegen die Standesinitiative sprachen sich Mitte, SP und EVP aus. Wahlen seien Teamarbeit, hielt ein Mitte-Grossrat fest. Jede Person trage mit ihrem Einsatz etwas zum Erfolg der Partei bei.

    Allgemeine Meinungen zur Liste

    Allen Parteien hätten im legalen Bereich gehandelt, sagte ein SP-Grossrat. Die Wahlbeteiligung sei gestiegen.

    Im Wahljahr 2019 hatte die damalige CVP (heute: Mitte) mit den vielen Unterlisten begonnen. Im Wahljahr 2023 zogen SP, FDP, Grüne, GLP und EVP nach.

    Sie traten mit thematischen oder regionalen Unterlisten an. Der Rekord hielt die Mitte mit neun Unterlisten. Die FDP und die GLP stiegen mit je fünf Unterlisten ins Rennen. Die Unterlistenflut ist in Bundesbern bereits ein Thema.

    Unterliste als nationales Thema

    Die Staatspolitische Kommissionen des Ständerats und Nationalrats sind am Prüfen. Der Bundesrat hielt im Februar fest, dass eine Änderung der Regeln für die Nationalratswahlen weitreichende Auswirkungen auf die politische Ordnung hätte.

    In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Listen und Kandidaten mehr als verdoppelt: Im Jahr 2003 wurden 262 Listen gezählt – im vergangenen Oktober 618 Listen.

    Die Zahl der Kandidierenden stieg im gleichen Zeitraum von 2836 auf 5909 Personen.

    Kommentare

    User #4781 (nicht angemeldet)

    Na, endlich. Das ist der erste Kanton, das das macht. Es gibt zuviel "Fantasieparteien" die nicht, gar rein nichts bringen. Sowas muss nun schweizweit sofort wieder eingeführt werden Dann wird es in Zukunft wieder mehr Gescheite, statt Studierte in BundesBern geben. Mich hat das schon lange gestört, schon als Mitglied im Stimm- und Wahlausschuss. Das gibt nur unnötige Arbeit.

    User #788 (nicht angemeldet)

    Das sind wohl Hinterlisten, nicht Unterlisten.

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