Kanton Aargau weitet Ticketingsystem für Notfallpraxen aus
Der Aargauer Regierungsrat hat 400'000 Franken für ein Notfall-Projekt bewilligt. Das dreijährige Vorhaben startet im nächsten Jahr. Es umfasst ein Ticketingsystem für Notfallpraxen und einen digitalen Notfall-Finder. Wartezeiten sollen damit reduziert werden.

Ziel beider Systeme sei es, die Ressourcen besser zu nutzen und Patientinnen und Patienten schneller an die richtige Behandlungsstelle zu leiten, teilte die Staatskanzlei Aargau am Freitag mit.
So sollen Patientinnen und Patienten ihre Beschwerden künftig zuerst online selbst einschätzen. Das System stelle dazu konkrete Fragen und empfehle die passende Behandlungsstelle. Zur Auswahl stünden die Ambulanz, eine Notfallstation oder eine Notfallpraxis.
Danach lösen die Betroffenen vor Ort oder digital ein Ticket und erfahren ihre Wartezeit, wie es in der Medienmitteilung heisst. Das System leite Erkrankte schneller an den richtigen Ort und entlaste die Wartezimmer.
Positive Erfahrungen aus dem Spital Muri
Die Stiftung Spital Muri hat das digitale Ticketingsystem bereits im Regelbetrieb angewendet. Die Erfahrungen seien positiv. Fast die Hälfte der Patientinnen und Patienten löse das Ticket inzwischen digital, heisst es in der Medienmitteilung.
Erkrankte könnten allfällige Wartezeiten ausserhalb des Spitals verbringen. Zudem schätzten die Betroffenen ihren Zustand grösstenteils korrekt ein. Auch das Personal profitiere von besser planbaren Abläufen.
Ausbau und Notfall-Finder
Vier regionale Träger steuern das kantonale Projekt gemeinsam. Neben der Stiftung Spital Muri beteiligen sich die Kantonspitäler Aarau und Baden sowie das Gesundheitszentrum Fricktal. Die Spitäler führen das Ticketingsystem schrittweise bis Mitte 2027 ein.
Anschliessend sollen die Partner den digitalen Notfall-Finder entwickeln. Diese Anwendung wird die Auslastung und Wartezeiten aller Notfallpraxen im Kanton in Echtzeit anzeigen.
Seit Anfang 2022 unterstützt der Kanton Aargau gezielt Pilotprojekte in der Gesundheitsversorgung. Bisher förderte der Kanton nach eigenen Angaben 20 verschiedene Projekte.






