Zuger Polizei sucht mit Dorfpolizisten mehr Nähe zur Bevölkerung

In den Zuger Dörfern dreht wieder ein Ortspolizist seine Runde. Die Zuger Polizei will mit diesem neuen Dienst mehr Bürgernähe schaffen.

Stefan Odermatt, einer der Zuger Ortspolizisten, unterwegs in der Stadt Zug: Mit seiner Präsenz soll er das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken.
Stefan Odermatt, einer der Zuger Ortspolizisten, unterwegs in der Stadt Zug: Mit seiner Präsenz soll er das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken. - KEYSTONE/URS FLUEELER

Am 1. Oktober 2025 haben im Kanton Zug die ersten Ortspolizisten ihre Arbeit aufgenommen. Ab dem 1. April wird das Team sechs Männer und eine Frau umfassen, ab Ende 2027 neun Personen, die dann auch das gesamte Kantonsgebiet abdecken können.

Jeder Dorfpolizist ist für ein bestimmtes Gebiet zuständig. Auf jeden würden etwa 15'000 bis 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner entfallen, sagte Patric Stalder am Freitag in Zug gegenüber den Medien.

Stalder ist der Projektleiter des neuen Dienstes und selbst Ortspolizist von Risch-Rotkreuz. Ein Ortspolizist sei wie jeder andere Polizist ausgerüstet und damit auch bewaffnet, sagte er. Er habe keine festen Arbeitszeiten, sondern teile seinen Dienst selbst ein. Zudem sei er vor allem zu Fuss und mit dem E-Bike unterwegs.

Dass die Ortspolizisten in der Regel auf das Auto verzichten, hat seinen Grund: Sie sollen «fassbar und nahbar» sein, ein Sicherheitsgefühl schaffen und bei «Veloständerproblemen» vermitteln, sagte Stalder. Er zeigte sich überzeugt, dass so Probleme gelöst werden könnten, bevor sie eskalierten.

Die Ortspolizisten sollen auch Sensor für andere Polizeidienste sein. «Wir spüren, was im Dorf abgeht», sagte Stalder.

Im Gegensatz zu den anderen Polizisten sind die Ortspolizisten nicht anonym. Ihre Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind bekannt. Damit könnten sie direkte Ansprechperson für Bevölkerung, Politik und Organisationen sein, sagte Stalder.

Die Ortspolizisten sollen auch in der Prävention und Beratung tätig sein. Wenn verlangt, schauen sie sich ein Haus an und prüfen, ob es gut gegen Einbrecher geschützt ist. Dies sei gerade in der dunklen Jahreszeit gefragt gewesen, erklärte Ortspolizist Stefan Odermatt.

Ermittlungen führen die Dorfpolizisten keine durch. Ihre Aufgabe ist es auch nicht, den stehenden Verkehr zu kontrollieren. Das schliesse aber nicht aus, dass ein Dorfpolizist in gewissen Fällen eine Parkbusse verteile, sagte Stalder.

Die Ortspolizisten sind jeweils einem Polizeiposten zugeordnet. Dieser übernimmt auch, wenn der Ortspolizist nicht erreichbar ist.

Im Kanton Zug gibt es acht Polizeiposten. Diese bleiben zumindest vorläufig erhalten. Zug geht damit einen anderen Weg als der Kanton Luzern, der die Zahl der Posten reduziert hat und im Gegenzug ein «community policing» (bürgernahe Polizei) aufbaut.

Neuland begeht der Kanton Zug mit dem Dorfpolizisten nicht. Die bürgernahe Polizei gibt es bereits, vor allem in grösseren Städten in der Form von Quartierpolizisten.

Im Kanton Zug haben bereits früher Polizisten die Funktion eines Dorfpolizisten ausgeführt. Wegen der immer aufwendigeren Ermittlungsarbeit hatten sie für diese Aufgabe in den letzten Jahren aber kaum noch Zeit.

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Kommentare

User #1619 (nicht angemeldet)

Das ist schön für die Polizei. Die Bevölkerung verzichtet jedoch gerne auf diese Nähe.

User #6457 (nicht angemeldet)

Vor vielen Jahren gab es in Basel in jedem Quartier einen Polizeiposten. Je nach Problemen der Quartiere patrouillierten 1 oder 2 Polizisten, manchmal mit Hund. Aufgrund von Sparmassnahmen wurden diese Volksnahen Posten geschlossen. Das Resultat ist, dass man in Basel selbst während der Tageszeit nicht mehr sicher ist.

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