Im Aargau sind Einbrecher unterwegs – Polizei will Trend brechen

Keystone-SDA Regional
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Wohlen,

Im Kanton Aargau hat sich die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Es gab 2025 rund 2500 Einbruchdiebstähle. Die Kantonspolizei Aargau will den Trend brechen, wie es an der Jahresmedienkonferenz hiess.

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Im Kanton Aargau hat sich die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. - depositphotos

Es gebe eine eigentliche Kriminalitätswelle bei seriellen Vermögensdelikten, sagte Polizeikommandant Michael Leupold am Montag in Aarau. Als ein Grund wurde genannt, dass in der Corona-Zeit die Grenzen dicht und die Menschen mehr zu Hause gewesen seien.

Es sei ein Ziel, diesen Trend zu brechen, hielt Leupold fest. Die Bevölkerung erwarte Sicherheit im öffentlichen Raum und den Schutz der eigenen Wohnung. Auch werde erwartet, dass die Täterschaft von Delikten ermittelt und die kritische Infrastruktur wie Strom- und Lebensmittelversorgung geschützt werde.

Die Sicherheit im öffentlichen Raum sei auf hohem Niveau stabil. Es gebe jedoch Problemzonen wie Treffpunkte von Asylbewerbern und Hotspots bei Bahnhöfen. Eine Gefährdung geht gemäss Leupold auch von missratenen Betäubungsmittelgeschäften aus, die dann zu Gewalt und Racheakten führen.

Der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold will den Trend der steigenden Zahl von Einbruchdiebstählen im Wohnbereich brechen. (Archivbild)
Der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold will den Trend der steigenden Zahl von Einbruchdiebstählen im Wohnbereich brechen. (Archivbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die Sicherheitslage im Aargau bleibe «anspruchsvoll und dynamisch», sagte Regierungsrat Dieter Egli, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres. «Die Sicherheit stärkt die Demokratie», hielt Egli fest. Die Sicherheit sei untrennbar mit der Stärkung der Demokratie verbunden.

Die Zahlen der Kriminalitätsstatistik werden schweizweit im März veröffentlicht. Die Zahl der verzeichneten Straftaten im Aargau sei auf relativ hohem Niveau stabil, sagte Markus Gisin, Abteilungschef Kriminalpolizei. Rund 60 Prozent seien Vermögensdelikte wie Einbrüche und Diebstähle. Die Aufklärungsquote betrage 20 Prozent.

Die Gewaltkriminalität sei im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent gestiegen. Ein leichte Zunahme gebe es auch bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität. Die Aufklärungsquote betrage 90 Prozent. Insgesamt gab es 2025 fünf vollendete Morde im Aargau; alle wurden aufgeklärt.

Sorgen bereitet Gisin die Strukturkriminalität. So kam es in Wildegg, Kleindöttingen und in Brugg zu Schiessereien wegen eines Streits in Clans. «Da gärt etwas unter der Oberfläche», hielt Gisin fest.

Es komme auch zu einer Verflechtung mit der legalen Wirtschaft. Illegale Gelder würden etwa ins Bau- und Gastgewerbe sowie in den Autohandel eingeschleust.

Im vergangenen Jahr habe es 21 Strafverfahren gegeben, weil Geld aus krimineller Quelle gewaschen worden sei. Es seien 15 Millionen Franken identifiziert worden. Das sei jedoch nur die Spitze des Eisberges, hielt Gisin fest.

Es brauche Repression, jedoch auch Prävention. Daher werde behördenübergreifend zusammengearbeitet. Viele Behördenstellen hätten einen Puzzlestein. Sie würden jedoch das Gesamtbild nicht sehen.

Wurde bei dir schon einmal eingebrochen?

Ein Brennpunkt ist weiterhin die Cyberkriminalität. Vor allem der Online-Anlagebetrug schlägt zu Buche: Der Schaden belief sich 2025 auf 19,2 Millionen Franken.

In einem Fall gebe es mindestens 138 Geschädigte, hielt Gisin fest. 700 Überweisungen an die Täterschaft seien nachgewiesen worden. Die Täter aus dem Ausland seien festgenommen worden.

Im Aargau werden pro Jahr auch 20 Fälle von High-Tech-Crime wie eine Ransomware-Attacke angezeigt. Das Schadenpotential könne enorm sein, hiess es. Gisin riet betroffenen Betrieben und Verwaltungen, solche Fälle rasch zu melden. So liessen sich ein laufender Angriff noch stoppen sowie Serveranlagen im Ausland abschalten und überwachen.

Die Kantonale Notrufzentrale (117) registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 154'400 Notrufe – oftmals rufen bei einem Ereignis mehrere Menschen an. Diese führten zu 10'083 Einsätzen – davon 399 Notfallfahrten.

Bei 84 Prozent der Fälle war die Polizei innerhalb von 15 Minuten vor Ort. In 16 Prozent der Fälle dauerte es länger als 15 Minuten. Die Anrufe auf die Notfallnummer 117 aus der Bevölkerung seien wichtig, um die Straftäter zu erwischen, hiess es.

Kommentare

User #5492 (nicht angemeldet)

Das ist kulturelle Bereicherung und wird ausdrücklich von SP/Mitte-Wählern so gewünscht.

User #2036 (nicht angemeldet)

Jans konnte die Einbrüche in einem Jahr,um 16% erhöhen. Der beste Bundesrat seit jeeeeeee.

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