Fussballverband sensibilisiert Junioren gegen Rassismus

Redaktion
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Bern,

Der Mittelländische Fussballverband (MFV) will bei der Jugend ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Vizepräsident Fabian Zulliger erklärt, wieso das nötig ist.

Sepzialtrikot
Mit dem Antirassismustag will der MFV frühzeitig sensibilisieren und ein starkes Zeichen für Respekt, Fairness und gegenseitige Wertschätzung setzen. - Mittelländischer Fussballverband (MFV)

Das Wichtigste in Kürze

  • Der MFV führt einen Antirassismustag für die C-Junioren und die FF17-Juniorinnen durch.
  • Der MFV will frühzeitig sensibilisieren und ein Zeichen für Respekt und Fairness setzen.
  • MFV-Vizepräsident Fabian Zulliger erklärt, was dahinter steckt.

BärnerBär: Am Wochenende vom 12. und 13. September 2026 führt der Mittelländische Fussballverband (MFV) einen Antirassismustag für die C-Junioren und die FF17-Juniorinnen durch. Weshalb braucht es heute einen Antirassismustag im Juniorenfussball überhaupt?

Fabian Zulliger: Der Fussball bringt Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft, Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen. Genau das macht unseren Sport so wertvoll. Gleichzeitig erleben wir leider auch im Sport vereinzelt respektloses Verhalten oder diskriminierende Äusserungen. Deshalb möchten wir frühzeitig sensibilisieren und ein starkes Zeichen für Respekt, Fairness und gegenseitige Wertschätzung setzen. Unser Ziel ist nicht, Probleme zu dramatisieren, sondern eine Kultur zu fördern, in der Rassismus und Gewalt keinen Platz haben.

BärnerBär: Kommen Rassismus und respektloses Verhalten auf der Juniorenstufe regelmässig vor?

Zulliger: Zum Glück ist der überwiegende Teil der Juniorenspiele von Fairness und gegenseitigem Respekt geprägt. Dennoch kommt es vereinzelt zu unsportlichen oder respektlosen Äusserungen – sei es gegenüber Mitspielenden, Gegenspielern oder Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. Bereits einzelne Vorfälle sind für uns Grund genug, aktiv zu werden. Prävention beginnt, bevor Probleme zur Normalität werden.

Fabian Zulliger
Fabian Zulliger ist Vizepräsident sowie Leiter Departement Sekretariat/Support/Events beim MFV. - MFV

BärnerBär: Gibt es ein konkretes Beispiel bei einem Spiel des MFV?

Zulliger: Nein. Der Antirassismustag ist ausdrücklich keine Reaktion auf einen einzelnen Vorfall. Vielmehr möchten wir ein präventives Zeichen setzen und unsere Werte sichtbar machen. Der MFV will Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit den Vereinen eine positive Fussballkultur fördern.

BärnerBär: Das Motto des Antirassismustags lautet «Null Toleranz für Rassismus und Gewalt». Was bedeutet diese Botschaft konkret im Alltag eines Juniorenspiels?

Zulliger: Es bedeutet, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen. Respekt beginnt bei der Sprache, zeigt sich im Umgang mit Gegenspielern, Mitspielenden und Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern und endet nicht mit dem Schlusspfiff. Wer beleidigt, diskriminiert oder Gewalt anwendet, überschreitet eine klare Grenze. Gleichzeitig möchten wir positives Verhalten fördern und sichtbar machen.

BärnerBär: Welche Vorbildfunktion können junge Spielerinnen und Spieler übernehmen?

Zulliger: Kinder und Jugendliche beeinflussen sich gegenseitig sehr stark. Wenn Captains und Teams respektvoll miteinander umgehen, Konflikte fair lösen und andere integrieren, prägt das das Verhalten auf und neben dem Platz. Gerade deshalb stellen wir die Captains am Antirassismustag bewusst in den Mittelpunkt.

Spielbetrieb
Wenn Captains und Teams respektvoll miteinander umgehen, Konflikte fair lösen und andere integrieren, prägt das das Verhalten auf und neben dem Platz. - MFV

BärnerBär: Nicht nur Spielerinnen und Spieler, sondern auch Eltern sowie Zuschauerinnen und Zuschauer gehören zur Zielgruppe. Wie wichtig ist das Verhalten am Spielfeldrand?

Zulliger: Das Verhalten am Spielfeldrand ist enorm wichtig. Kinder orientieren sich an Erwachsenen. Positive Unterstützung motiviert, Beschimpfungen oder übertriebene Emotionen hingegen belasten die jungen Spielerinnen und Spieler. Wir wünschen uns, dass Eltern und Zuschauer dieselben Werte vorleben, die wir auf dem Spielfeld vermitteln möchten.

BärnerBär: Wie reagieren Jugendliche auf die Themen Rassismus und Gewalt?

Zulliger: Unsere Erfahrung zeigt, dass Jugendliche sehr offen für diese Themen sind. Wenn man mit ihnen darüber spricht und erklärt, weshalb Respekt wichtig ist, zeigen sie viel Verständnis.

BärnerBär: Am Antirassismustag laufen die Teams gemeinsam ein, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter werden bewusst in den Mittelpunkt gestellt und es gibt gemeinsame Teamfotos. Warum sind solche symbolischen Aktionen wichtig?

Zulliger: Symbole schaffen Aufmerksamkeit und bleiben in Erinnerung. Das gemeinsame Einlaufen zeigt, dass Gegner auf dem Platz keine Feinde sind. Der bewusste Einbezug der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter unterstreicht den Respekt gegenüber ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Die gemeinsamen Teamfotos zeigen, dass Fairness und gegenseitige Achtung stärker sind als Unterschiede. Diese Massnahmen sind Bestandteil des Spieltagskonzepts.

BärnerBär: Was ist sonst noch alles an diesem Tag geplant?

Zulliger: Alle beteiligten Captains, Trainerinnen und Trainer sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter tragen T-Shirts mit der Botschaft «Null Toleranz für Rassismus und Gewalt». Die Captains erhalten Respekt-Binden. Insgesamt nehmen an diesem Wochenende rund 44 Teams in 22 Spielen teil.

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BärnerBär: Was unternimmt der MFV während des Jahres, um Rassismus und Gewalt zu verhindern?

Zulliger: Der MFV arbeitet das ganze Jahr eng mit seinen Vereinen, Trainerinnen und Trainern sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern zusammen. Klare Regeln, konsequentes Handeln bei Verstössen sowie die Förderung von Fairplay gehören zum Alltag. Der Antirassismustag macht diese Haltung zusätzlich sichtbar und setzt einen besonderen Schwerpunkt. Zum Konzept gehören zudem die Information der Vereine, die Kommunikation vor und nach dem Anlass sowie ein pädagogischer Ansatz.

BärnerBär: Sind von Verbandsseite weitere Aktionen wie der Antirassismustag geplant?

Zulliger: Der Antirassismustag ist ein wichtiger Anfang. Im Konzept ist ausdrücklich vorgesehen, die Aktion bei Erfolg künftig jährlich durchzuführen und die Werte langfristig im Verband zu verankern. Gleichzeitig werden wir die Erfahrungen auswerten und prüfen, welche weiteren Massnahmen sinnvoll sind.

BärnerBär: Wann wäre der Antirassismustag für Sie ein Erfolg?

Zulliger: Wenn alle Beteiligten den Spieltag mit einem positiven Gefühl verlassen und die Botschaft über das Wochenende hinauswirkt. Wenn Spielerinnen und Spieler, Trainer, Eltern und Zuschauer künftig noch bewusster aufeinander achten und Respekt selbstverständlich wird, haben wir unser Ziel erreicht.

BärnerBär: Zum Schluss: Fussball verbindet Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion. Was macht den Sport aus Ihrer Sicht so wichtig?

Zulliger: Fussball ist weit mehr als ein Spiel. Er bringt Menschen zusammen, vermittelt Teamgeist, Verantwortung und gegenseitigen Respekt. Auf dem Fussballplatz zählt nicht, wo jemand herkommt oder welche Sprache er spricht – entscheidend sind Einsatz, Fairness und Zusammenhalt. Genau diese Werte möchten wir mit unserem Antirassismustag stärken. Denn Fussball hat die Kraft, Brücken zu bauen und Menschen zu verbinden.

Zur Person

Fabian Zulliger ist Vizepräsident des Mittelländischen Fussballverbandes (MFV). Zudem sitzt er für die SVP im Grossrat des Kanton Bern. Zulliger kommt aus Gerzensee, ist ehemaliger YB-Junior und begeisterter Nati-Fan.

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