Die Zürcher Bevölkerung leidet unter Wachstumsschmerzen
Viele Einwohnerinnen und Einwohner fühlen sich im Kanton Zürich nicht mehr richtig zu Hause. Der Boom der vergangenen Jahre hat zu einem «wachsenden Fremdheitsgefühl» geführt. Dies zeigt eine Studie des Kantons.

Viele Befragte hätten ein «Unbehagen» geäussert, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Zürich vom Donnerstag. Der wirtschaftliche Erfolg der vergangenen Jahre habe offensichtlich zu Wachstumsschmerzen geführt.
Beispiele dafür sind die Wohnungsnot, die steigenden Lebenshaltungskosten und nicht zuletzt die zunehmende Bevölkerungsdichte. In der Stadt Zürich zeigte sich dies etwa daran, dass sogar die SP die Zuwanderung bremsen wollte – zumindest jene der gutverdienenden Expats.
Es werde aber breit anerkannt, dass die Zürcher Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sei, heisst es in der Studie weiter. Und von vielen Befragten werde es auch als Bereicherung empfunden, mit Menschen aus aller Welt zu leben und zu arbeiten.
Die Befragung zeigt weiter, dass sich die Zürcherinnen und Zürcher relativ wenig mit der Wirtschaft identifizieren. 44 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Zürcher Wirtschaft auch ohne grosse internationale Unternehmen wie etwa Google erfolgreich wäre.
Die Unternehmen haben politisch denn auch einen schweren Stand. Ihre zentralen Anliegen wie tiefe Steuern und weniger Regulierung sind derzeit nicht mehrheitsfähig. Nur 39 Prozent der Befragten fanden, dass Unternehmen zu stark besteuert würden. Und nur 46 Prozent fanden die Regulierungen ein Problem.
Der Kanton Zürich müsse nun wie andere erfolgreiche Wirtschaftszentren «Wachstum und Lebensqualität noch besser in Einklang bringen», wird Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) in der Mitteilung zitiert.






