Stadt St. Gallen baut Unterstützung für Obdachlose aus

Die Stadt St. Gallen wird die Unterstützung von Obdachlosen ausbauen. Dazu ergänzt sie die Angebote in der städtischen Obdachlosenunterkunft durch eine psychosoziale Begleitung. Teurer wird es für Gemeinden, wenn Personen von ausserhalb der Stadt die Unterkunft nutzen.

In der Stadt St. Gallen gibt es immer mehr Menschen ohne eine Wohnung. Um Szenen wie hier in Zürich möglichst zu vermeiden, führte die Stadt St. Gallen eine psychosoziale Begleitung ...
In der Stadt St. Gallen gibt es immer mehr Menschen ohne eine Wohnung. (Symbolbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Die Zahl der wohnungs- und obdachlosen Menschen hat sowohl in der Stadt St. Gallen als auch schweizweit zugenommen. Darauf reagieren die städtischen Sozialen Dienste und ergänzen das Angebot des Haus zur Grünhalde mit seiner Unterkunft für Obdachlose (UFO) sowie dem betreuten Wohnen um eine psychosoziale Begleitung.

Diese Begleitung wird mit dem bestehenden Team von acht Personen im Haus zur Grünhalde sichergestellt und richtet sich an zwei Gruppen. Das sagte Philip Fehr, Leiter Sozialhilfe bei den Sozialen Diensten der Stadt St. Gallen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zum einen sollen Personen unterstützt werden, die Sozialhilfe beziehen und ihre Wohnung zu verlieren drohen. Zum anderen werden ehemals obdachlose Personen, die wieder eine Wohnung haben, unterstützt, diese zu halten. Fünf bis zehn Personen können psychosozial begleitet werden.

Wie Philip Fehr bei einer früheren Anfrage bereits erklärte, ist die Anzahl der Übernachtungen im UFO stark angestiegen. «Bereits per Ende November 2025 haben wir die Anzahl der Übernachtungen des Vorjahres überschritten», so Fehr im Dezember vergangenen Jahres.

Immer häufiger kommen auch junge Frauen in die Obdachlosenunterkunft. «Zudem hat sich der Schwerpunkt der Problemlagen von primär Suchterkrankungen hin zu vielfältigen psychischen Erkrankungen ausgeweitet», schrieb Fehr weiter.

Die Tarife für Personen aus der Stadt für Übernachtungen im UFO, die von der Sozialhilfe übernommen werden, sind gesenkt worden. Und zwar von 70 auf 50 Franken, wie Fehr ausführte.

Dies kommt auch Personen mit einem bescheidenen Einkommen zugute, die vermehrt von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffen sind. Als Beispiel werden Leute mit einer Invalidenrente genannt. IV-Bezüger müssen für Übernachtungen im UFO zumindest teilweise selber aufkommen, so Fehr. Wenn die Übernachtung 20 Franken weniger kostet, soll die Hürde sinken, dass sie das Angebot auch tatsächlich nutzen.

Ein weiterer Trend: Weil nur wenige Gemeinden über die notwendigen Hilfsangebote, wie eigene Notschlafstellen und Notwohnungen verfügen, kommen immer mehr Hilfesuchende von ausserhalb in die Stadt. Für Auswärtige sind die Tarife für Übernachtungen im UFO von 100 auf 110 Franken gestiegen.

«Wir wollen damit die externen Gemeinden stärker in die Pflicht nehmen.» Es komme auch vor, dass Personen von Ausserhalb beim UFO wegen Überbelegung abgewiesen werden, erklärte Fehr. Obdachlose aus der Stadt erhalten hingegen immer einen Platz.

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Kommentare

User #9624 (nicht angemeldet)

Das Problem wird nie an der Wurzel angepackt! Einfach immer Symptombekämpfung! Und für die Normalarbeitende Bevölkerung wird das Leben immer unerschwinglicher und unlebenswerter!

User #4095 (nicht angemeldet)

Man sollte sich vielleicht mal Gedanken dazu machen, WARUM, es denn so viele Obdachlose gibt! Wie ist das in einem sogenannten, reichen Land, denn überhaupt möglich?

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