Stadt Zürich

Der Nordtrakt am Zürcher HB - eine Baustelle, die nicht stören darf

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zürcher Hauptbahnhof steht nie still. Täglich kommen 500'000 Personen hier durch. Umso schwieriger ist es, eine Grossbaustelle so zu betreiben, dass nicht alle davon gestört werden. Dies gilt auch für die aktuelle Baustelle beim Nordtrakt, jenem Gebäudeteil in Richtung Landesmuseum, der 1996 gebaut wurde.

Der Nordtrakt des Zürcher HB in der Nähe des Landesmuseums wird derzeit umgebaut - bei laufendem Betrieb.
Der Nordtrakt des Zürcher HB in der Nähe des Landesmuseums wird derzeit umgebaut - bei laufendem Betrieb. - Claudio Thoma/Keystone-SDA

Vom Nordtrakt aus gehen Lokführerinnen und Lokführer sowie Zugbegleiter zu ihren Zügen. Auch das Reinigungspersonal sowie die Kantons- und Transportpolizei sind in diesem viergeschossigen Gebäude untergebracht. Es gibt eine Kantine und Schulungsräume.

Für Reisende am augenfälligsten ist die aktuelle Baustelle im Erdgeschoss, dort, wo früher die Schalterhalle war. Die Schalterhalle ist mittlerweile – unter der moderneren Bezeichnung Reisezentrum – im fertig renovierten Südtrakt untergebracht. Auf den frei gewordenen Flächen bei der Rolltreppe wird es Geschäfte geben.

Eine Baustelle sind derzeit auch der erste Stock sowie das Dach. In den oberen beiden Etagen läuft der Betrieb derweil so normal wie möglich weiter. «Wir haben zwei Welten in einem Haus: eine macht Lärm, die andere will arbeiten», sagte Projektleiterin Sigrid Wittl am Donnerstag bei einer Baustellenführung dazu.

Auch die Ambulanz muss jederzeit zur grossen Wannerhalle fahren können. «Wir können nicht einfach ein Gerüst hinstellen.» Es gebe deshalb eine Person, die ausschliesslich für die Kommunikation zwischen Baustelle und Bahnhofsbetrieb zuständig sei.

Das Dach aus geschwungenen Glas- und Blechelementen wird nicht nur wegen der besseren Isolation gegen Hitze und Kälte saniert – es war auch seit längerem undicht. Mehrfach sei das Dach in den vergangenen Jahren geflickt worden. Nun werde es erneuert.

Die SBB prüften dabei auch, ob eine Solaranlage möglich wäre. Allerdings könnten die Panels nicht befestigt werden, ohne das geschwungene Dach zu beschädigen. «Dieses Projekt mussten wir deshalb an den Nagel hängen», sagte Wittl.

Für den Aufbau des Baukrans mussten sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen: Der Boden neben dem Nordtrakt wäre zu wenig stabil gewesen, weil sich darunter der S-Bahnhof Museumsstrasse befindet. Deshalb steht der Kran nun gut sichtbar auf dem Gebäude selber.

Die SBB haben sich zum Ziel gesetzt, die grosse Wannerhalle wieder so symmetrisch zu bauen wie sie vor über 150 Jahren entworfen wurde. Deshalb ist im Erdgeschoss, wo früher die Schalterhalle war, derzeit eine Kunsthandwerkerin tätig.

Sie macht aus den einst grünen Toren solche in Eichenoptik – damit sie gleich aussehen wie jene des Südtrakts. Man wolle die grossen Türen nicht herausreissen, um Ressourcen zu sparen, so Wittl. Ein Teil der Türen ist bereits fertig und sieht täuschend echt aus.

Die Flächen im Erdgeschoss werden den Mietern voraussichtlich Anfang 2027 übergeben, die Eröffnung der Geschäfte – sowie auch der Flächen im ersten Stock – ist dann für das zweite Quartal 2027 geplant. Bereits stehen erste Mieter fest: der Sportartikelhersteller Nike und die Parfümeriekette Douglas.

Das nächste Bauprojekt am HB ist bereits in Planung, soll aber noch so lange wie möglich herausgezögert werden. Es geht um die Sanierung des Dachs der grossen Wannerhalle. Denn darauf hat es bereits gut sichtbar Moos. Eine Studie soll nun zeigen, wie lange die SBB die Sanierung noch hinauszögern könnten. Man wolle die Mieter ja nicht mit einer Dauerbaustelle behelligen.

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