Bündner Verkehrsdirektorin unterstützt Zugverbindung nach Livigno I
Die Bündner Verkehrsdirektorin Carmelia Maissen (Mitte) unterstützt die Idee einer Zugverbindung zwischen S-chanf im Engadin und Livigno im italienischen Oberveltlin. Im Dezember soll von italienischer Seite ein konkretes Projekt vorgestellt werden.

«Für uns ist es sehr interessant und wichtig, Ideen zu diskutieren, wie der öffentliche Nahverkehr im Gebiet zwischen dem Engadin und der Lombardei langfristig verbessert werden kann», erklärte Regierungsrätin Carmelia Maissen am Rande eines Medientreffens gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Vorerst eine Vision
Die Direktorin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität betonte, dass es sich derzeit um eine Vision handle, noch nicht um ein konkretes Projekt. «Wir wissen noch nicht, wie es mit dieser Idee weitergehen wird; derzeit gibt es einen Masterplan. Wenn man sich andere grosse, ähnliche Projekte ansieht, steht am Anfang immer eine Vision. Und diese unterstützen wir.»
Die Idee, die im Laufe von zwanzig Jahren gereift ist, könnte in den kommenden Monaten konkrete Formen annehmen. Laut einem Interview, das der Vizebürgermeister von Livigno, Thommy Cantoni, in den vergangenen Wochen dem RSI-Radiosendung Grigioni sera gegeben hat, soll der Ausführungsplan bis Dezember 2026 vorgelegt werden.
Knapp 15 Kilometer Bahnstrecke
Im vergangenen Juli stellte das italienische Planungsbüro Redas Engineering an einer Informationsveranstaltung in Livigno Pläne einer Zugverbindung zwischen S-chanf und Livigno vor. Eine Studie geht von einer Bahnstrecke von 14,64 Kilometern aus, davon 12,2 Kilometer im Tunnel. Die geschätzte Fahrzeit würde dereinst zwischen sieben und zehn Minuten betragen.
Die Bahnstrecke würde die heutige Reise zwischen den beiden Ortschaften erheblich verkürzen: Derzeit dauert sie mit dem Auto etwa 49 Minuten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln über eine Stunde.
Die potenzielle Nachfrage wird auf 68'000 bis 193'000 Fahrgäste pro Jahr geschätzt, darunter Grenzgänger, Touristen und Besucher. Eine grosse Herausforderung dürfte die Finanzierung sein.






