Bündner Kindesschutz-Beratung bewährt sich im ersten Jahr

    Keystone-SDA Regional
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    Chur,

    Ein neues Kindesschutz-Angebot in Graubünden ist erfolgreich gestartet. Im ersten Jahr gab es über 60 Beratungen, mehr als erwartet. Vor allem Schulen nutzen die neue Anlaufstelle, wie das Bündner Sozialamt auf Anfrage mitteilte.

    Die Fachberatung Kindesschutz des Kantons Graubünden hat im ersten Jahr ihres Pilotbetriebs über 60 Beratungen durchgeführt, mehr als erwartet. (Symbolbild)
    Die Fachberatung Kindesschutz des Kantons Graubünden hat im ersten Jahr ihres Pilotbetriebs über 60 Beratungen durchgeführt, mehr als erwartet. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/MAURIZIO GAMBARINI

    Das Angebot wurde vor einem Jahr als vierjähriges Pilotprojekt ins Leben gerufen, um eine Lücke im kantonalen Kindesschutz zu schliessen. Die Bilanz nach dem ersten Betriebsjahr falle positiv aus, wie das Bündner Sozialamt am Montag mitteilte. Die Nutzung habe die Erwartungen übertroffen.

    Fokus auf komplexe Fälle

    Die Fachleute führten im ersten Jahr über 60 Beratungen durch. Die Anfragen stammten aus dem ganzen Kanton und wurden oft bei länger bestehenden oder komplexen Situationen gestellt. Thematisiert wurden vor allem Vernachlässigung sowie körperliche und sexuelle Gewalt. Psychische Gewalt trat oft in Verbindung damit auf, schrieb die Behörde auf Anfrage von Keystone-SDA.

    Betroffen waren Kinder und Jugendliche aller Altersstufen, wobei es etwas häufiger um die Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen ging. Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen kontaktierten die Beratungsstelle. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Anfragen aus dem Schulbereich. In bestimmten Situationen konnte eine interdisziplinäre Fokusgruppe aus fünf Experten beigezogen werden.

    Hilfsmittel für die Praxis

    Unterstützung bot dabei das Arbeitsinstrument «Cumpass». Es hilft Fachpersonen, eine mögliche Kindswohlgefährdung strukturiert einzuschätzen. Ein Ampelsystem macht dabei sichtbar, welche nächsten Schritte angezeigt sind. Im März 2026 nahmen rund 60 Personen an Einführungsschulungen für das Instrument teil.

    Im zweiten Pilotjahr soll nun die Vernetzung und die Nachberatung ausgebaut werden. Ziel sei die dauerhafte Etablierung der Anlaufstelle. Geplant sind weitere Veranstaltungen, etwa im Rahmen der Aktionstage gegen häusliche Gewalt im Dezember 2026 in Chur. Die Beratung bleibt anonym und kostenlos.

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