Berner Kantonsparlament will Vögel besser vor Glasflächen schützen
Im Kanton Bern sollen Vögel besser vor tödlichen Kollisionen mit Glas geschützt werden. Der Grosse Rat lässt geeignete Massnahmen prüfen. Mit 94 zu 54 Stimmen überwies er am Donnerstag ein entsprechendes Postulat.

Eingereicht wurde der Vorstoss von Simon Buri (GLP/Konolfingen) sowie Mitstreitern von GLP, Mitte, FDP, Grünen, SP und EVP. Jedes Jahr sterben in der Schweiz hunderttausende Vögel beim Aufprall auf Glasflächen, wie Buri im Rat in Erinnerung rief.
Besonders problematisch seien transparente oder spiegelnde Fassaden, hinter denen Vögel Lebensräume oder Sitzplätze vermuten. Vogelschlag gelte im Siedlungsraum als eines der grössten Vogelschutzprobleme.
Im Vorstosstext wurde angeregt, dass Fenster und Fassaden bei Neu- und Umbauten künftig so gestaltet werden müssen, dass sie von Vögeln als Hindernisse erkannt werden können. Das weckte den Widerstand von der SVP und Teilen der Mitte.
Einmal mehr werde eine Regulierung angestrebt, welche die Kosten von Projekten in die Höhe treibe, sagte Beat Bösiger (SVP). Es drohe ein weiterer Papiertiger, der den Vögeln gar nichts bringe, ergänzte Stephanie-Marion Gartenmann (SVP/Lauterbrunnen). Die Vogelwarte Sempach mache auf Anfrage wirksame Empfehlungen für den Einzelfall.
Der Regierungsrat erklärte, bei kantonalen Gebäuden würden bereits heute Massnahmen geprüft, etwa die Begrenzung grosser Glasflächen oder der Einsatz von vogelschlaghemmendem Glas. Für private Bauvorhaben gebe es keine verbindlichen Vorgaben.
Buri wandelte die Motion nach der Debatte in ein unverbindliches Postulat. Er habe «lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach», sagte er. Die Regierung wird nun nach eigenem Bekunden prüfen, welche Massnahmen wirksam sind, ohne Bauherrschaften und Behörden unverhältnismässig zu belasten.






