Beide Appenzell erlassen ein Feuerverbot im Wald
Wegen der anhaltenden Trockenheit und der erhöhten Waldbrandgefahr reagieren die beiden Appenzell mit Feuerverboten in Wäldern und in deren Nähe. Ebenfalls wegen der Trockenheit mussten in Innerrhoden bereits mehrmals Fische notfallmässig aus kleineren Flüssen abgefischt werden.

Die Hitze macht auch dem Appenzellerland zu schaffen. In Innerrhoden herrscht grosse Trockenheit, wie der Kanton am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Die auf Stufe 3 von 5 angestiegene Waldbrandgefahr (erheblich) veranlasst die Regierung respektive die Standeskommission dazu, ab Samstag ein absolutes Feuerverbot im Wald zu erlassen. Wer ein Feuer entfacht, muss zudem mindestens 200 Meter Abstand halten von Waldrändern.
«Bereits eine brennende Zigarette oder der Funkenflug eines Grillfeuers können im Wald Brände entfachen, deren Feuer sich schnell ausbreiten und nur schwierig zu löschen sind», heisst es im Innerrhoder Communiqué.
Die Standeskommission rät zudem, ausserhalb der Feuerverbotszonen Grillfeuer nur in bestehenden Feuerstellen zu entfachen und diese vor dem Verlassen wieder zu löschen. Feuer sollten stets beobachtet und Funkenwurf sofort gelöscht werden.
Auch in Appenzell Ausserrhoden ist die Waldbrandgefahr auf Stufe 3, wie der Kanton bereits am Dienstag mitgeteilt hatte. Ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe ist bereits in Kraft. Allerdings ist es noch etwas lockerer als in Innerrhoden. Die Beschränkung besteht darin, dass im Wald und im Bereich von 50 Metern zum nächsten Waldrand das Feuer machen nur noch auf fest eingerichteten, bewilligten Feuerstellen erlaubt ist.
Weder in Appenzell Ausserrhoden noch in Innerrhoden rechnen die Verantwortlichen mit einer baldigen Entspannung Das schöne und warme Wetter halte an und es seien keine grösseren Regenmengen zu erwarten, heisst es aus Ausserrhoden. Innerrhoden schreibt: «Sollte das heisse und trockene Wetter anhalten, ist absehbar, dass nächste Woche die Gefahrenstufe 4 'grosse Waldbrandgefahr' erreicht wird.» Ob das Feuerverbot dann ausgeweitet wird, entscheidet die Regierung.
Teilweise lebensbedrohlich ist die Situation für Fische in kleinen Flüssen und Bächen, wie das Innerrhoder Amt für Jagd und Fischerei zudem am Mittwoch mitteilte. Weil kleine Fliessgewässer nur noch wenig oder stellenweise gar kein Wasser mehr führen, steigen die Wassertemperaturen kontinuierlich an. Das Amt für Jagd und Fischerei führte deshalb in den vergangenen Tagen bereits mehrere Notabfischungen durch.
Die gefangenen Fische wurden in der Sitter wieder freigelassen, die mehr Wasser führt. Aufgrund der tieferen Wassertemperaturen sollten die Überlebenschancen dort höher sein. Für die Bachforelle etwa liegen die idealen Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad. In kleineren Gewässern wurden stellenweise Temperaturen von über 25 Grad gemessen, heisst es vom Amt für Jagd und Fischerei weiter.
Das Amt geht davon aus, dass in den kommenden Tagen weitere Notabfischungen nötig sein werden. Es bittet zudem darum, freiwillig auf das Fischen im Sämtisersee zu verzichten, um die Fischbestände zu schonen. Denn auch dort sei der Wasserstand aktuell «aussergewöhnlich» tief.






