Aargau legt roten Teppich aus für Hitachi-Ansiedlung in Wettingen

Keystone-SDA Regional
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Baden,

Der Kanton Aargau und die Gemeinde Wettingen wollen bei der möglichen Ansiedlung des Tech-Unternehmens Hitachi an einem Strang ziehen. Die notwendige Richtplanänderung soll mit Hochdruck durch die Instanzen gehen. Als möglicher Baustart wird das Jahr 2027 genannt.

Auf der grünen Wiese in Wettingen AG könnte der Hauptsitz von Hitachi Energy angesiedelt werden.
Auf der grünen Wiese in Wettingen AG könnte der Hauptsitz von Hitachi Energy angesiedelt werden. - Handout Gemeinde Wettingen

Beide Partner arbeiteten eng zusammen, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit eine Ansiedlung von Hitachi möglich werde, hiess es am Dienstag an einer gemeinsamen Medienkonferenz von Regierungsrat Dieter Egli sowie Vertretern der Gemeinde Wettingen.

Der Wirtschafts- und Innovationsstandort Aarau solle langfristig gestärkt werden. Das Projekt ist nach den Worten von Volkswirtschaftsdirektor Egli «eine einmalige Gelegenheit, um die Aargauer Wirtschaft qualitativ weiterzuentwickeln».

Hitachi prüft derzeit mehrere Standorte in der Schweiz für den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Entschieden ist gemäss Angaben des Kantons noch nichts. Die Abklärungen zwischen Gemeinde, Kanton und Hitachi verliefen konstruktiv, hiess es.

Hitachi Energy wurde Mitte 2021 gegründet und ging aus einem Jointventure von Hitachi und ABB Power Grids hervor. Ende 2022 veräusserte ABB seine verbleibende Beteiligung an dem Joint Venture und Hitachi Energy ging vollständig an den japanischen Industriekonzern Hitachi Ltd. über. Derzeit hat Hitachi Energy im Aargau Standorte in Wettingen, Baden und Untersiggenthal.

Mit der Ansiedlung würden schrittweise 3000 Arbeitsplätze am Standort entstehen. Für Wettingen eröffne sich eine aussergewöhnliche Chance, lässt sich Roland Kuster, ehemaliger Gemeindeammann, zitieren. Man wolle diese Möglichkeit verantwortungsvoll nutzen und Wettingen konsequent für die Zukunft ausrichten.

Das Land des möglichen neuen Hauptsitzes gehört der Ortsbürgergemeinde Wettingen. Es ist vorgesehen, dass diese das Land im Baurecht abgibt – mit einer Laufzeit von 75 Jahren. Die Standortgemeinde rechnet mit Einnahmen von einer halben Million Franken netto pro Jahr.

Die Ortsbürgergemeinde wird am 20. Januar entscheiden. Bereits drei Tage später will der Kanton die Anhörung zur Anpassung des Richtplans für den möglichen neuen Industriestandort starten. Das landwirtschaftliche Land soll dereinst bedingt als Industrieland eingezont werden.

Im Richtplan soll im Tägerhardächer ein wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung festgesetzt werden. Man wolle die raumplanerischer Sicht Voraussetzung schaffen, um eine Ansiedlung zu ermöglichen, hiess es. Das Kantonsparlament wird über die Richtplanänderung entscheiden. Danach folgen auf kommunaler Ebene die planungsrechtlichen Verfahren.

Vertreter der Gemeinde, Region und des Kantons geben sich überzeugt, dass dieses Vorhaben nur «im engen Schulterschluss» und mit «transparentem Vorgehen» erfolgreich realisiert werden könne. Die ordentlichen, planungsrechtlichen Verfahren und Schritte würden die Voraussetzungen schaffen, damit eine mögliche Ansiedlung von Hitachi gelingen könne.

Mittlerweile meldete sich eine erste kritische Stimme. Anton Möckel, parteiloser Gemeindeammann des Nachbardorfs Würenlos, verwies auf den 2012 beschlossenen regionalen Sachplan Landwirtschaft. Dieser wolle den grossen Grüngürtel im Limmattal langfristig vor Überbauung schützen, sagte Möckel der «Aargauer Zeitung». Das Dokument sei behördenverbindlich. Würenlos werde sich wehren, hielt er fest.

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Kommentare

User #1666 (nicht angemeldet)

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