390 Ersatzfreiheitsstrafen in fünf Jahren im Baselland
Wenn im Kanton Baselland jemand eine Busse nicht zahlt und dafür ins Gefängnis muss, kostet das den Staat fast doppelt so viel, wie die ursprüngliche Strafe wert war. In den vergangenen fünf Jahren verbüssten im Baselbiet 390 Personen eine Ersatzfreiheitsstrafe.

Die Regierung erachte Ersatzfreiheitsstrafen als notwendiges Mittel, um die Durchsetzung von Bussen zu gewährleisten, teilte sie am Mittwoch im Rahmen ihrer Antwort auf eine Interpellation von Adil Koller (SP) mit. Alternative Vollzugsformen beurteile sie jedoch als sinnvoller.
Ein Hafttag kostete den Kanton Baselland im Zeitraum von März 2025 bis März 2026 gemäss Regierungsantwort durchschnittlich rund 250 Franken pro Tag. Dem stand ein durchschnittlicher Bussen- oder Geldstrafenbetrag von 129.45 Franken pro verbüsstem Hafttag gegenüber. In diesem Zeitraum wurden durch Ersatzfreiheitsstrafen rund 134'000 Franken an Bussen und Geldstrafen durchgesetzt, die im Rahmen von 1035 Hafttagen verbüsst wurden, wie es weiter heisst.
In den vergangenen fünf Jahren (Stichtag Ende März 2026) verbüssten im Baselbiet 390 Personen eine Ersatzfreiheitsstrafe. Dies entsprach 8,7 Prozent der gesamten eingewiesenen Personen. Von März 2025 bis März 2026 waren es 86 Personen. Die Delikte umfassten unter anderem Diebstahl, Verkehrsdelikte sowie 17 Fälle von Reisen ohne gültigen Fahrausweis.
Die Regierung beurteilt alternative Vollzugsformen wie gemeinnützige Arbeit oder elektronische Überwachung als sozial besser integrierend. Sie würden eine soziale Desintegration der Betroffenen verhindern, heisst es.
Kantonale Handlungsspielräume zur Reduzierung dieser Strafen sehe die Regierung nur begrenzt, da die Regelung Bundessache sei. Sie werde sich deshalb nicht aktiv für eine Reform auf nationaler Ebene einsetzen.






