2. Gang in Wil nötig: Breitenmoser und Reimann im 1. Wahlgang vorne

Lui Eigenmann
Lui Eigenmann

Wil,

In Wil fand der erste Wahlgang der Ersatzwahl für das Stadtpräsidium sowie für ein zusätzliches Stadtratsmitglied statt. Beide Entscheidungen sind noch offen.

andreas breitenmoser wil
Andreas Breitenmoser (Die Mitte) kam im ersten Wahlgang für das Stadtpräsidium am nächsten an das absolute Mehr. - Wiler Nachrichten

In keiner der beiden Wahlen konnte ein Kandidat oder eine Kandidatin das absolute Mehr erreichen, weshalb am Sonntag, 16. August, ein zweiter Wahlgang notwendig wird.

Auslöser der Ersatzwahl ist der Rücktritt des bisherigen Stadtpräsidenten Hans Mäder, der sein Amt per 16. August 2026 niederlegt. Mäder war seit dem 1. Januar 2021 Stadtpräsident und hat die Stadt während gut fünf Jahren geführt.

Mit seinem Rückzug entsteht sowohl an der Spitze der Stadtregierung als auch im Stadtrat eine Neubesetzung, was die politische Ausgangslage deutlich verändert und zusätzliche Dynamik in den Wahlkampf bringt.

Stadtpräsidium: Klar noch keine Entscheidung

Für das Stadtpräsidium traten drei Kandidierende an: Andreas Breitenmoser (Die Mitte), Jigme Shitsetsang (FDP) und Michael Sarbach (GRÜNE prowil). Das Ergebnis fiel zwar relativ eng aus, aber dennoch klar ohne Entscheidung.

Breitenmoser erzielte mit 2918 Stimmen das beste Resultat, gefolgt von Shitsetsang mit 2044 Stimmen und Sarbach mit 2037 Stimmen. Zusätzlich wurden 629 vereinzelte Stimmen gezählt, darunter auch einzelne Stimmen für weitere Personen, sowie 327 leere und 50 ungültige Wahlzettel.

Die Zahl der gültigen Stimmen lag bei 7628, das absolute Mehr bei 3815 Stimmen. Keine der kandidierenden Personen konnte diese Marke erreichen, womit die Wahl ins Stadtpräsidium vertagt ist.

Auch die Ersatzwahl für das zusätzliche Mitglied des Stadtrats blieb ohne Ergebnis. Hier kandidierten Lukas Reimann (SVP), Michael Sarbach (GRÜNE prowil) und Thomas Abbt (Die Mitte).

lukas reimann
Lukas Reimann von der SVP konnte im ersten Wahlgang um einen Platz im Wiler Stadtrat die meisten Stimmen hinter sich vereinen. - Wiler Nachrichten

Reimann erzielte mit 3162 Stimmen das beste Resultat, gefolgt von Sarbach mit 2709 Stimmen und Abbt mit 1935 Stimmen. Daneben wurden 157 leere und 74 ungültige Wahlzettel sowie 36 vereinzelte Stimmen registriert.

Die Zahl der gültigen Stimmen belief sich auf 7842, das absolute Mehr lag bei 3922 Stimmen. Auch in diesem Rennen verfehlte niemand die Schwelle – allerdings nach oben hin, sodass ebenfalls kein Sitz im ersten Wahlgang vergeben werden konnte.

Hohes Interesse

Die Stimmbeteiligung war mit rund 55,8 Prozent bei der Stadtpräsidiums-Wahl und 56,3 Prozent bei der Stadtratswahl vergleichsweise hoch für kommunale Ersatzwahlen und zeigt ein deutliches Interesse der Bevölkerung an der Neubesetzung zentraler Exekutivämter.

Auffällig ist dabei, dass sich die Stimmen in beiden Wahlen relativ breit verteilen und kein Kandidat einen klar dominierenden Vorsprung erzielen konnte.

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Der zweite Wahlgang ist für den 16. August 2026 angesetzt. Wahlvorschläge können noch bis zum 22. Juni 2026 eingereicht werden.

Besonders relevant ist dabei die institutionelle Regelung, dass das Stadtpräsidium in Wil an die Mitgliedschaft im Stadtrat gekoppelt ist.

Das bedeutet, dass Kandidierende, die nicht bereits im Stadtrat sitzen, auch für diesen gleichzeitig gewählt werden müssen – eine Regelung, die die strategischen Optionen im zweiten Wahlgang zusätzlich beeinflusst.

Zweiter Wahlgang dürfte stärker polarisiert werden

In der Gesamtschau zeigt sich ein politisch sehr offenes Feld. Weder im bürgerlichen noch im linken beziehungsweise grünen Lager konnte sich bislang eine klare Mehrheit herauskristallisieren.

Die Resultate deuten auf ein relativ ausgeglichenes Kräfteverhältnis hin, bei dem persönliche Bekanntheit, Mobilisierung im zweiten Wahlgang und mögliche Verschiebungen innerhalb der Lager entscheidend werden dürften.

Der zweite Wahlgang im August dürfte damit deutlich stärker polarisiert und strategisch geführt werden als der erste, da nun alles auf eine einzige Entscheidungsrunde hinausläuft.

Hinweis

Lui Eigenmann ist Redaktionsleiter bei den «Wiler Nachrichten».

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