Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien
Die gegenseitigen Angriffe Saudi-Arabiens und der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen reissen nicht ab. Der saudische Zivilschutz verschickte innerhalb von 24 Stunden fast ein Dutzend Warnungen wegen mutmasslicher Huthi-Angriffe unter anderem in Riad, Dschidda und mehreren Provinzen im Süden nahe der jemenitischen Grenze. Das Militärbündnis zum Kampf gegen die Huthi teilte mit, unter anderem in der Hauptstadt Riad und im Süden seien mehr als ein Dutzend Raketen, Drohnen und Marschflugkörper abgeschossen worden.

Die Huthi teilten mit, Saudi-Arabien habe seit Beginn der neuen Eskalation im Krieg mehr als 3.000 Raketen- und Luftangriffe im Jemen durchgeführt. Allein innerhalb von 24 Stunden habe es mehr als 100 solcher Angriffe in Sanaa und anderen Landesteilen gegeben und mehrere Tote und Verletzte, erklärte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten nicht.
In dem Krieg herrschte seit 2022 eine Waffenruhe. Doch im Juli eskalierte der Konflikt im Zuge des Iran-Kriegs neu. Seitdem gerät Saudi-Arabien massiv unter Beschuss aus dem Jemen, wobei unter anderem Flughäfen und Ölanlagen getroffen wurden.
Auch im Jemen kommt es weiterhin zu schweren Gefechten. Das dortige Innenministerium teilte mit, die Huthi hätten die südliche Hafenstadt Aden mit Raketen angegriffen. Die Rebellen sprachen von einem Angriff auf zwei Militärbasen unter Führung saudischer Offiziere. Augenzeugen berichteten dort von mehreren Explosionen.
Der Betrieb am internationalen Flughafen von Riad lief an zwei Terminals wieder an. Reisende wurden gebeten, über ihre jeweilige Fluggesellschaft zu bestätigen, ob Flüge tatsächlich stattfinden. Der Flugdienst Flightradar24 zeigte am Sonntagmittag weiterhin Hunderte Flüge als gestrichen an. In einem Ranking der Website wurden Riad, Dschidda und Dammam als die Flughäfen angezeigt, die weltweit am meisten von Störungen betroffen sind. Die Huthi warnten erneut, dass der Flughafen Riad für sie ein «militärisches Ziel» bleibe.
Seit der jüngsten Eskalation wurden im Jemen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation HWO mehr als 1.500 Menschen getötet und mehr als 6.900 weitere verletzt. Diese Zählung unterscheidet nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten und enthält auch keine Daten zu Opfern in Gebieten, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden. In dem seit mehr als zehn Jahren laufenden Krieg wird von Hunderttausenden Opfern ausgegangen, die durch direkte und indirekte Folgen des Konflikts ums Leben kamen.














