Warschau und Kiew: Minister versuchen, Zwist zu entschärfen

Keystone-SDA
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Polen,

Die Aussenminister Polens und der Ukraine haben sich in Warschau um eine Beruhigung im Streit über die schwierige Geschichte ihrer Völker im Zweiten Weltkrieg bemüht. Der polnische Minister Radoslaw Sikorski und sein Kiewer Gast Andrij Sybiha seien sich einig gewesen, «dass Wahrheit, Respekt und das Gedenken an die Opfer weiterhin zentrale Elemente der bilateralen Beziehungen sind». Das teilte das polnische Aussenministerium mit.

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Polen und die Ukraine bemühen sich um die Beilegung des Streits. - keystone

Der Streit war Ende Mai aufgeflammt, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer Armee-Einheit den Beinamen «Helden der UPA» verlieh. Aus Kiewer Sicht hat die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) für die Unabhängigkeit ihres Landes gekämpft. Ihre Partisanen ermordeten aber 1944 unter deutscher Besatzung Zehntausende Polen in der heutigen Westukraine.

In Polen löste die Ehrung der UPA Empörung aus. Der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj den höchsten polnischen Orden und verschärfte damit gegen den Rat der Regierung den Konflikt.

Sybiha schlug nach eigenen Angaben Anti-Krisen-Massnahmen vor wie Konsultationen der Aussenministerien und Beratungen von Historikern. Auch Kirchenführer beider Seiten sollten an den bilateralen Gesprächen beteiligt werden. Sybiha bekräftigte, dass polnische Experten in der westukrainischen Region Wolhynien weiter nach Gräbern der Opfer suchen dürften.

Zugleich blieb er in der Sache hart: «Wir respektieren die Geschichte anderer, und wir erwarten von unseren Partnern die gleiche Einstellung gegenüber unserer Geschichte und Unabhängigkeit.»

In der Abwehr russischer Aggression sind die Ukraine und Polen aufeinander angewiesen, doch der Geschichtsstreit droht auch auf andere Gebiete der Beziehungen überzugreifen. Das polnische Nachrichtenportal «Onet.pl» zitierte eine Umfrage, wonach die Polen sich eher hinter Nawrockis harte Haltung stellen, nicht hinter Ministerpräsident Donald Tusk, der abzuwiegeln versucht.

Aber auch Tusk sagte am Freitag: «Ich bin davon überzeugt, dass gute ukrainisch-polnische Beziehungen im beiderseitigen Interesse liegen. Allerdings erfordern sie auch Entgegenkommen seitens Kiews.» Es könne nicht mehr so sein, «dass nur Warschau ständig guten Willen zeigt».

Kommentare

User #2568 (nicht angemeldet)

Bitte nicht immer Selenskyj, haben genug von ihm. Es reicht.

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