Für die US-Ex-Aussenministerin Madeleine Albright hat am Mittwoch ein Gottesdienst stattgefunden. Biden nannte sie «Synonym für Amerika als Kraft für das Gute».
Madeleine Albright
Madeleine Albright beim White House Correspondents Dinner in Washington. Die ehemalige US-Aussenministerin ist im Alter von 84 Jahren gestorben. - Cliff Owen/FR170079 AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Madeleine Albright ist im Alter von 84 Jahren verstorben.
  • Sie wurde unter Präsident Bill Clinton Botschafterin der US-Regierung.
  • Heute Mittwoch fand für sie ein Trauergottesdienst statt.

Mit einem Trauergottesdienst haben die USA Abschied von der verstorbenen früheren Aussenministerin Madeleine Albright genommen.

«Ihr Name ist immer noch ein Synonym für Amerika als Kraft für das Gute in der Welt», sagte US-Präsident Joe Biden am Mittwoch bei der Zeremonie in der Washington National Cathedral. Als erste Frau an der Spitze des US-Aussenministeriums sei die Diplomatin auch eine Wegbereiterin gewesen.

Joe Biden
Joe Biden bei der Trauerfeier für Madeleine Albright heute Mittwoch in Washington. - AP Photo/Evan Vucci

«Sie war Mentorin für Generationen aufstrebender Aussenpolitik-Experten», sagte Biden über die im März verstorbene Albright. «Sie hat sichergestellt, dass junge Frauen wussten, dass sie ausnahmslos an jeden Tisch gehören, an dem es um die nationale Sicherheit geht.»

1400 Gäste an Trauergottesdienst

An dem Trauergottesdienst nahmen rund 1400 Gäste teil, unter ihnen auch die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama. Clinton hatte Albright 1993 zur US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen und dann 1997 zur Aussenministerin gemacht. Sie war die erste Frau in der US-Geschichte, die das Aussenministerium leitete, und hatte den Posten bis 2001 inne.

Obama
Die Ex-Präsidenten Obama, Bush und Clinton. - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Albright war am 23. März im Alter von 84 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Sie hatte sich als Diplomatin einen legendären Ruf erworben, war bekannt als harte Verhandlungspartnerin und Freundin klarer Worte.

«Madeleine hat nie ein Blatt vor den Mund genommen oder Zeit verschwendet, wenn sie sah, dass etwas in Ordnung gebracht werden musste oder jemand Hilfe benötigte», sagte Biden am Mittwoch.

Biden lobt Albright als Diplomatin

Sie sei eine erfolgreiche Diplomatin gewesen, weil sie verstanden habe, dass internationale Politik letztlich eine «persönliche» Angelegenheit sei. «Sie konnte den härtesten Diktatoren entschieden entgegentreten und sich dann umdrehen und im UN-Sicherheitsrat einem anderen Botschafter die Macarena beibringen.»

Albright war 1937 in Prag als Tochter eines tschechoslowakischen Diplomaten auf die Welt gekommen. Ihre Familie floh 1939 vor den Nazis nach London und nach einer kurzen Episode in der Nachkriegs-Tschechoslowakei dann vor dem Kommunismus in die USA. Erst spät erfuhr die katholisch erzogene Albright vom Schicksal ihrer jüdischen Grosseltern, die in Auschwitz ermordet worden waren. Albright wurde 1957 Staatsbürgerin der USA.

Mehr zum Thema:

Bill Clinton Barack Obama Botschafter Joe Biden