Trump sieht Handlungsbedarf bei Ukraine – nicht bei Putin
Trump sieht die Ukraine unter Zugzwang, die EU setzt auf Sanktionen gegen Russland. Kallas fordert von Washington mehr Druck auf Moskau.

Trump sieht die Ukraine unter Zugzwang und will Russland nicht stärker belasten, berichtet der «ORF». Auslöser war die Frage einer Reporterin zu Verstössen Russlands gegen die von ihm ausgerufene Energie-Waffenruhe.
Trump antwortete, er müsse sich die Vorwürfe erst ansehen, da es Verstösse auf beiden Seiten gegeben habe. Zuvor hatte Selenskyj Washington gebeten, Moskau zur Einhaltung der auf Energieanlagen begrenzten Feuerpause zu bewegen.
Trump glaube, dass Putin eine Einigung wolle und Selenskyj dazu gebracht werden müsse. «Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen», sagte Trump.
Trump fordert für die Ukraine neue Führung und Wahlen
Am Freitag kündigte Trump laut «Handelsblatt» ein Abkommen mit Putin über zunächst 300'000 Tonnen russischen Diesel an. Parallel dazu setzte die US-Behörde OFAC die Sanktionen auf russischen Diesel bis April 2027 aus.
Später am Wochenende sagte Trump, es sei an der Zeit für einen neuen Anführer der Ukraine. Selenskyj habe aus irgendeinem Grund nie eine Vereinbarung zum Kriegsende geschlossen, so Trump, und solle Wahlen abhalten.
Am Sonntag verkündete Trump laut «ZDFheute» eine Energie-Waffenruhe, die mit sofortiger Wirkung in Kraft treten sollte. Die Ukraine sei bereit, die Waffenruhe zu befolgen, sofern sich auch Russland daran halte, erklärte Selenskyj.
Trump verkündet Waffenruhe, Angriffe auf Ukraine gehen weiter
Russland griff laut «ZDFheute» am Sonntag trotzdem Kraftwerke in Kiew und Charkiw an, wie Selenskyj mitteilte. Die Ukraine greift als Reaktion auf russische Raketen- und Drohnenangriffe seit Monaten verstärkt Raffinerien und Öldepots in Russland an.

Kaja Kallas, die EU-Aussenbeauftragte, erklärte, sie begrüsse die Waffenruhe, sofern sie tatsächlich eingehalten werde. Die EU-Aussenminister beschlossen zudem neue Sanktionen gegen Russland, von denen fast 1600 Verantwortliche und Organisationen betroffen sind.
Die Politikwissenschaftlerin Hanna Notte sagte: «Wir sehen einen neuen Keil im Verhältnis zwischen Donald Trump und Selenskyj.» Notte wertet den Diesel-Deal mit Putin als politischen Erfolg für Russland.












