Taiwans Präsident sagt Auslandsreise ab – Druck von China?
Taiwans Präsident Lai Ching-te hat seinen für diese Woche geplanten Staatsbesuch in Eswatini, dem früheren Swasiland, ausgesetzt. Mehrere Länder entlang der Flugroute nach Afrika hätten die Überfluggenehmigungen kurzfristig widerrufen.

Das teilten Behördenvertreter in Taipeh mit. Demnach widerriefen die Seychellen, Mauritius und Madagaskar die Überfluggenehmigungen ohne vorherige Ankündigung. Der Generalsekretär des Präsidialamtes, Pan Meng-an, führte diesen Schritt auf den Druck Chinas zurück, einschliesslich wirtschaftlicher Zwangsmassnahmen. Lai sollte von Mittwoch bis zum 26. April eine Delegation nach Eswatini leiten.
Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass der Besuch eines taiwanischen Präsidenten bei einem diplomatischen Verbündeten aufgrund von Druck seitens Chinas abgesagt wurde. China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und will es mit dem Festland vereinigen, wenn nötig auch durch das Militär.
Taipeh verurteilte Chinas Vorgehen und bezeichnete es als international höchst ungewöhnlich. Pan erklärte, dass der Versuch, Drittländer zur Änderung souveräner Entscheidungen zu zwingen, die Flugsicherheit untergrabe, gegen internationale Normen verstosse, eine Einmischung in innere Angelegenheiten darstelle und zudem die Region destabilisiere.
Lai wird stattdessen einen Sonderbeauftragten entsenden, um an den Nationalfeiertagsfeierlichkeiten in Eswatini teilzunehmen. Das Land im südlichen Afrika ist einer der zwölf offiziellen diplomatischen Verbündeten Taiwans. In diesem Jahr jährt sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Seiten zum 58. Mal.










