Streit zwischen Ukraine und Polen: Aufruf zu Besonnenheit
In dem eskalierenden Streit zwischen der Ukraine und Polen haben grosse Medien beider Länder zur Besonnenheit aufgerufen.

«Dies ist eine Stunde der Bewährung für Polen und Ukrainer. Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen, nach Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen», hiess es in dem Aufruf.
Er wurde in Warschau unter anderem von der «Gazeta Wyborcza» und dem Portal «Onet.pl» veröffentlicht, in Kiew vom Nachrichtenportal «Ukrajinska Prawda», dem Sender Espreso TV und einer Vereinigung unabhängiger Regionalmedien.
Der Streit nütze nur Russland. «Unsere Gesellschaften sollten sich nicht manipulieren lassen und einander weiterhin unterstützen. Im Namen einer gemeinsamen Zukunft, in der Polen und die Ukraine gemeinsam eine Schlüsselrolle in der Europäischen Union spielen können», hiess es.
Angesichts des russischen Angriffskrieges sind die Ukraine und Polen bislang enge Verbündete. Der jüngste Streit wurzelt in der schwierigen Geschichte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Armee-Einheit nach den Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) im Zweiten Weltkrieg benannt. Die UPA ermordete unter deutscher Besatzung Zehntausende Polen im heutigen Westen der Ukraine, weshalb die Ehrung in Warschau grosse Empörung hervorrief.
Der polnische Staatschef Karol Nawrocki entzog Selenskyj einen polnischen Orden. Selenskyj und andere ukrainische Politiker gaben daraufhin polnische Auszeichnungen zurück. Infrage steht, ob Selenskyj zu einer internationalen Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine am kommenden Donnerstag und Freitag nach Danzig kommt. Doch der Streit hat in Polen auch eine innenpolitische Seite. In der polnischen Gesellschaft, die das Nachbarland seit 2022 unterstützt hat, macht sich eine Ukraine-Müdigkeit breit.






