Der Sozialverband VdK will gegen die Streichung der Pflegegelderhöhung klagen.
Älterer Mann in seinem Zimmer in Berlin
Älterer Mann in seinem Zimmer in Berlin - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Studie: Pflegende Angehörige durch Pandemie besonders belastet.

Die «einkassierte Erhöhung» werde «notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht» eingeklagt, kündigte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Montag in Berlin an. Die zunächst angedachte Erhöhung war bei der im Juni verabschiedeten Pflegereform doch nicht umgesetzt worden.

Während der Pandemie hätten sich die meisten Pflegebedürftigen zu Hause sowie ihre pflegenden Angehörigen verängstigt und vergessen gefühlt, erklärte der VdK bei der Vorstellung einer von ihm im Auftrag gegebenen Studie der Hochschule Osnabrück. Diese hatte mehr als 16.000 VdK-Mitglieder befragt, die pflegebedürftig sind oder jemanden pflegen. Mehr als zwei Drittel gaben demnach an, sehr unter der psychischen Belastung in dieser Zeit gelitten zu haben.

«Für die Pflegeheime legte die grosse Koalition millionenschwere Rettungsschirme auf, für die Pflegekräfte gab es immerhin Applaus und Boni», erklärte Bentele und kritisierte: «Nur für die pflegenden Angehörigen zu Hause gab es mal wieder nix.»

Laut Studie empfanden 78 Prozent der Pflegebedürftigen die Pandemie als belastend, bei den pflegenden Angehörigen waren es sogar 84 Prozent. Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen habe das Haus oder die Wohnung nicht mehr verlassen.

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