Sorge in Südkorea: Ziehen die USA ihre Raketenabwehr ab?
Angesichts von Spekulationen über eine kriegsbedingte Verlegung von US-Militärgerät aus Südkorea in den Nahen Osten hat die Regierung in Seoul Bedenken geäussert.

Je nachdem, wie sich die Situation entwickele, könnten die US-Streitkräfte in Korea «einige Luftabwehrsysteme entsprechend ihren militärischen Bedürfnissen ins Ausland entsenden», sagte Präsident Lee Jae Myung laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap während einer Parlamentssitzung. Demnach räumte er seine Machtlosigkeit ein: «Wir haben zwar unsere Opposition geäussert, aber die Realität ist, dass wir unsere Position nicht vollständig durchsetzen können.»
Hintergrund sind Medienberichte über das zuletzt mehrfach beobachtete Eintreffen grosser US-Transportflugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan südlich von Seoul. Dies löste Spekulationen aus, dass Patriot-Raketenabwehrsysteme aus Südkorea an andere Stützpunkte verlegt werden könnten – zum Beispiel in den Nahen Osten, wo seit der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran wieder Krieg herrscht. Allerdings betonte Lee, eine Verlegung einzelner Militärsysteme würde die Abschreckung gegenüber dem verfeindeten Nachbarn Nordkorea nicht ernsthaft schwächen.
Zwei Patriot-Batterien waren laut Yonhap bereits im Juni vergangenen Jahres verlegt worden, als das US-Militär grössere Angriffe auf iranische Atomanlagen verübte. Im Oktober wurden die Systeme wieder nach Südkorea zurückgebracht.









