Serbien

    Serbien: Online-Medium wehrt sich gegen Übernahme

    Keystone-SDA
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    Serbien,

    Rund anderthalb Wochen vor entscheidenden Parlamentswahlen wehrt sich die Redaktion einer in Serbien angesehenen Internet-Zeitung gegen die Übernahme durch ein regierungsnahes Unternehmen. Sie würden «bis zum letzten Funken unserer Kraft» kämpfen, schrieben die Redakteurinnen und Redakteure der «nova.rs» in einem offenen Brief.

    Serbien
    Ein serbisches Medium wehrt sich gegen eine Übernahme. - keystone

    Am Dienstag sollen die neuen Eigentümer, eine Investmentgesellschaft aus Portugal, den Journalisten Marko Stjepanovic gegen den Willen der Redaktion als neuen Chefredakteur eingesetzt haben. Dieser war bislang für die regierungsnahe Tageszeitung «Blic» tätig. Am selben Abend erging an die Redakteure von «nova.rs» das Ultimatum, sich innerhalb von 48 Stunden der Autorität des neuen Chefredakteurs zu unterwerfen oder die Online-Zeitung gegen die Zahlung einer Abfindung zu verlassen, wie es in dem offenen Brief heisst.

    Die Mitarbeiter des Mediums kündigten an, Stjepanovic als Chefredakteur nicht anzuerkennen. «Wir werden uns (...) mit dem Recht der Öffentlichkeit (...) auf zeitnahe, genaue und objektive Information verteidigen», heisst es in dem Brief weiter. Um sie davon abzuhalten, sich zu verteidigen, müssten die Eigentümer «uns physisch von unseren Arbeitsplätzen entfernen».

    Zu dem Streit kommt es rund anderthalb Wochen vor entscheidenden Parlamentswahlen. Am 25. Oktober hat die Liste der neuen Studentenbewegung Umfragen zufolge gute Chancen, die Regierungspartei SNS des alles bestimmenden Politikers Aleksandar Vucic zu bezwingen.

    Vucic bestimmt seit 2012 in wechselnden Funktionen die Politik des Landes. Von 2017 bis zu seinem Rücktritt im Vormonat war er Staatspräsident, als Spitzenkandidat der SNS strebt er bei der kommenden Wahl das Amt des Regierungschefs an. Kritiker werfen ihm autokratische Methoden sowie Repression gegen unabhängige Medien und Oppositionelle vor.

    Einer der Gründer der portugiesischen Investmentgesellschaft, Pedro Vargas David, steht Medienberichten zufolge in enger Verbindung zu Geschäftskreisen um Vucic. Er erlangte nicht nur die Kontrolle über «nova.rs», sondern auch über die unabhängige Fernsehsender-Gruppe N1 sowie weitere Zeitungen. Sein Vater gilt als Vertrauter des früheren rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Ungarns, Viktor Orban, der wiederum mit Vucic eng verbündet ist.

    Kommentare

    User #1488 (nicht angemeldet)

    Dieses Medium wie auch Blic gehören einem Deutschen Konsortium . Hauptsächlich verbreitet die ganzen Tag nur Unwahrheiten . Woher kommt plötzlich das Interesse aus der Schweiz her???

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